Die Botschaft, die von der Informationsveranstaltung der Bürgerinitiative (BI) "Mobilfunkstandort Altenkunstadt" am Donnerstagabend im "Fränkischen Hof" ausging, war eindeutig: "Altenkunstadt braucht nur einen Mobilfunkmasten!", sprach Dietmar Schuberth von der BI den rund 75 Teilnehmern aus der Seele.
Aus diesem Grund hatte die BI eine Unterschriftensammlung in Baiersdorf durchgeführt. Das Ergebnis war eindeutig: 240 Bürger sprechen sich dagegen aus, die bestehende Richtfunkanlage am Ortsrand von Baiersdorf durch einen 21 Meter hohen Masten zu ersetzen. Gerhard Stark von der BI übergab die Listen an Dritte Bürgermeisterin Almut Schuhmann (SPD). "Wir nehmen Ihr Anliegen sehr ernst", versicherte die Vertreterin der Gemeinde.
Derzeit sind im Rahmen des Dialogverfahrens zwischen Gemeinde und Telekom zwei Alternativstandorte für den Masten auf dem Altenkunstadter Hochhaus im Gespräch, der bekanntlich abgerissen werden soll: Der eine befindet sich im vorderen Bereich des Altenkunstadter Gemeindeberges Külmitz, der andere soll den Richtfunkmasten am Ortsrand von Baiersdorf unweit des Kreuzes bei der Abzweigung nach Woffendorf ersetzen. Zwei Standorte, die wegen ihrer Nähe zur Wohnbebauung von der BI kategorisch abgelehnt werden. "Je weiter weg ein Wohnhaus von der Wohnbebauung ist, desto geringer ist die elektromagnetische Strahlenbelastung", führte Schuberth aus. Er ist neben Stark einer der beiden gleichberechtigten Sprecher der BI.
Sie favorisiert ein Areal im hinteren Bereich des Külmitzes für einen rund 36 Meter hohen Masten. Die Entfernung zur Wohnbebauung würde rund 1000 Meter betragen. Der Standort biete einen ausreichenden Empfang für Altenkunstadt und seine Ortsteile und habe laut Immissionsgutachten gute strahlenminimierte Werte, betonten sowohl Schuberth als auch Stark. Zur Befürchtung vieler Bürger, die wohnortnahen Standorte könnten im Dialogverfahren zum Zuge kommen, bezog Schuhmann Stellung: "Wir haben die erste Sitzung mit der Telekom hinter uns, und das ist nicht die letzte. Außerdem hat die Telekom kein großes Interesse an dem Standort bei Baiersdorf, der die Altenkunstadter Ortsteile Baiersdorf und Prügel sowie den Weismainer Stadtteil Bernreuth versorgen könnte. Die Aufstellung des Masten würde sich für das Unternehmen wirtschaftlich nicht rechnen, da in den drei Dörfern nur rund 700 Personen leben."
Mit dem Standort auf dem hinteren Külmitz ist für die BI zudem die Hoffnung verbunden, dass auch der Mobilfunkmast auf dem Gelände der ehemaligen Besteckwarenfabrik Deppmeyer in Altenkunstadt abgebaut werden könnte. "Der Betreiber Vodafone hat nach Auskunft der Gemeinde Interesse signalisiert, seine Antennen ebenfalls auf dem Külmitzmast anzubringen", sagte Stark. Die Richtfunkanlage bei Baiersdorf hätte ebenfalls ausgedient, sollte auf dem hinteren Külmitz der Mast aufgestellt werden.
Stark kritisierte die vagen Aussagen, die von den politischen Mandatsträgern und den Vertretern der Gemeindeverwaltung in der jüngsten Gemeinderatssitzung gemacht wurden. Bürgermeister Robert Hümmer (CSU) hatte erklärt, dass der zusätzliche Mast bei Baiersdorf nicht unbedingt erforderlich sei. "Was passiert aber wirklich? Was fordert die Gemeinde vom Betreiber? Das fragen sich die Baiersdorfer Bürger. Deshalb sprechen sie sich schon heute gegen diesen Mast aus", betonte Stark.
Auch die Forderung nach mehr Transparenz wurde laut. "Die Bürger wollen wissen, wie stark der Mast auf dem Gelände der ehemaligen Firma Deppmeyer strahlt. Warum veröffentlicht man das nicht im Amtsblatt der Gemeinde?", fragte sich sichtlich empört Herbert Seeser aus Altenkunstadt.
Schuberth kritisierte, dass trotz der Glasfaserkabeltechnik noch immer LTE-Funkmasten aufgestellt würden. Im Vergleich zum Glasfaserkabel, das Übertragungen von 1000 Megabit pro Sekunde und mehr biete, ließen sich per Funk nur 100 Megabit erzielen. "Stark strahlende und gesundheitsgefährdende LTE-Masten haben technisch ausgedient, sind aber die billigste Lösung", kritisierte Schuberth.