Aisch — 38 Jahre lang war der Souffleurkasten seine zweite Heimat - von nun an ist der Platz des langjährigen Regisseurs der Aischer Theatergruppe, Rudi Kosma, inmitten des Publikums.
Gesundheitliche Gründe zwangen den 77-Jährigen dazu, einen Schlussstrich unter seine Karriere als Hobbyregisseur zu ziehen. Im Rahmen der Weihnachtsfeier des SC Hertha Aisch, zu dem die Theatergruppe gehört, wurde er am vergangenen Samstagabend im Sportheim feierlich verabschiedet.
Begonnen hat die Theaterkarriere von Kosma schon früh. Kurz nachdem er seine Frau Anni geheiratet hatte, begeisterte sie ihn von ihrem Hobby - dem Theaterspielen. Damals noch im Saal der Gastwirtschaft Scharold in Aisch machte Kosma, der eigentlich LKW-Fahrer war, seine ersten Erfahrungen auf der Bühne. Als der damalige Leiter der Gruppe, Adam Kästner, zum Zweiten Bürgermeister gewählt wurde, ging das Amt des Regisseurs auf Kosma über. Seitdem entwickelte sich die Theatergruppe unter seiner Hand, die er mit viel Herzblut führte, zu einer festen Größe im Aischgrund.
Der Souffleurkasten, der normalerweise in der Mitte der Bühne unterhalb der Rampe im Bühnenboden eingelassen ist, wurde von Kosma über die Bühne verlegt. Über eine Leiter gelangte er dorthin und verfolgte das Spiel aus der Vogelperspektive. Nicht selten wurde er dabei Zeuge von amüsanten Vorfällen, die eigentlich nicht Teil des Stückes waren.
Sein langjähriger Theaterkollege, Georg Mönius, erinnerte an diese Situationen, die wohl niemand, der damals auf oder vor der Bühne dabei war, so schnell vergessen hat. Ob eine eingeräucherte Bühne, die durch das Braten von Spiegeleiern verursacht wurde, oder Mäuse, die von der Bühne ins Publikum liefen und den Damen in der ersten Reihe auf den Schoß sprangen - langweilig wurde es bei den Auftritten nie. Dafür und für seinen unermüdlichen Einsatz bedankte sich die Theatergruppe bei Kosma mit einem spontanen Lied, für das die Clubhymne "Die Legende lebt" umgedichtet wurde. "Ein Fels in der Brandung" war und bleibt Kosma für seine Kollegen. "Wir werden so weitermachen, wie wir es von dir gelernt haben", versprach Mönius und erntete Zuspruch von seinen Kollegen.


Zwei Nachfolger

Der Adelsdorfer Bürgermeister Karsten Fischkal (FW) erinnerte an die Ehrenurkunde der Gemeinde Adelsdorf, die Kosma für sein kulturelles Wirken erhielt. Auch die Vorsitzende des SC Hertha Aisch, Uta Möller, sprach ihren Dank aus und betonte, wie souverän Kosma Schauspieler und Stücke ausgewählt und auf die Bühne gebracht hat. Diesen Job werden in Zukunft Georg Mönius und Andreas Galster übernehmen.
Bereits im Januar erwartet die vielen Fans der Theatergruppe das neue Stück, die Komödie "Agentur Manpower", im Sportheim des SC Hertha Aisch.