Rentweinsdorf — Von seinen "reichen Lebensjahren, die von Gott getragen wurden" berichtete Oberkirchenrat i.R. Gotthart Preiser aus Haßfurt bei einem Männerabend der Kirchengemeinde und des CVJM in Rentweinsdorf.
Gespannt folgten die Männer im vollbesetzten CVJM-Haus den Ausführungen des 83-jährigen früheren Rektors des Predigerseminars Neuendettelsau und Regionalbischofs mit Dienstsitz in Regensburg.
Preiser, der 38 Jahre lang Pfarrer war, betonte, dass es für ihn "das große Glück des Lebens" gewesen sei, dass er Glaube und Kirche immer als etwas Lebendiges erleben durfte. Schon in seinem Elternhaus habe der Glaube das Leben geprägt und die Prägung in Kindheit und Jugend wirke bis ins Alter nach. Dazu meinte er, dass Eltern und Großeltern prägender seien als Pfarrer und Religionslehrer.
Auch die politischen Verhältnisse damals sprach Preiser an. In der Pfarrfamilie in Görlitz groß geworden, schilderte er die Pfadfinder, die Hitlerjugend und dazu die Köderung seines Vaters als "Gau-Kulturreferent".
Der Referent kam auf die kirchliche Jugendarbeit von heute zu sprechen. "Wichtig in der Jugendarbeit ist eine klare Linie", meinte er, "nicht nur Spaßfaktor." Gefahren, wie Werbung der Salafisten oder Gedankengut von rechts, gelte es zu begegnen. Er selbst habe sowohl das Faszinierende wie auch die Schrecken des Dritten Reiches erlebt. Hochinteressant für die Zuhörer in Rentweinsdorf waren die Ausführungen Preisers zum Dienst im Hitlerjugend-Jungvolk, zu Gestapo, KZ-Haft und zum Unrecht an den Juden. Preiser schilderte auch seine Eindrücke vom Kriegsende und von der Evakuierung von Görlitz Richtung Bayern. Von der Oberpfalz kam die Pfarrfamilie später nach Eschenau.
Preiser berichtete über weitere Stationen seines bewegten Lebens, von Studium bis zu seinen Jahren als Regionalbischof. Im Ruhestand ab 1996 engagierte er sich bei Landesposaunentagen und als Präsident des Baye-rischen Posaunenchorverbandes. Wegen seiner Verdienste um die "Jugendmusik" hat Preiser das Bundesverdienstkreuz erhalten. Im Ruhestand in Haßfurt beteiligt er sich am Musikleben in CVJM und Kirchengemeinde.
Der nächste Männerabend ist am 18. November. Dann spricht Physiotherapeut Mathias Sperber zum Thema "Schmerzfrei durch Bewegung". sch