von unserer Mitarbeiterin Tina Meier

Höchstadt — Kopfschmerzen, Übelkeit und Schwindel. Mit diesen typischen Symptomen kommen vermehrt die Hitzeopfer in die Notaufnahme des Höchstadter Kreiskrankenhauses St. Anna. Das berichtet Alexander Prickarz, der Verwaltungschef des Krankenhauses.
Auch Kreislaufzusammenbrüche und Herzinfarkte kommen bei den hohen Temperaturen häufiger vor. "Besonders anfällig sind ältere Menschen, die Nierenprobleme bekommen können, wenn sie zu wenig trinken", erklärt er. Den meisten anderen Hitzeopfern kann durch eine Infusion mit ein bis zwei Litern Flüssigkeit geholfen werden. "Wie lange die Erholungszeit dauert, hängt immer von der individuellen Verfassung ab", schildert Prof. Dieter Rupers, der internistische Chefarzt und Kardiologe des Kreiskrankenhauses.
Einen Hitzschlag-Patienten gab es im Krankenhaus bislang nicht, aber ein bis zwei Sonnenstiche wurden bereits behandelt. In solchen Fällen bleiben die Betroffenen eine Nacht zur Beobachtung in der Klinik.
Die Temperaturen innerhalb der massiven Wände können durch Ventilatoren und das Lüften über die vielen Fenster im Rahmen gehalten werden. Besondere Bereiche wie der OP, in denen möglichst nicht geschwitzt werden sollte, sind klimatisiert. Den Patienten stehen in diesen Tagen leichte Decken und viel Wasser zur Verfügung. "Bettlägerige, die sich nicht selber bewegen können, werden häufiger als sonst umgelagert", berichtet Prickarz. Aufgrund der zusätzlichen Belastung durch die Hitze verschlechtert sich der Allgemeinzustand vieler Kranken, aber auch gesunde Menschen sind betroffen.
"Man handelt instinktiv richtig, wenn man bei einem heißen Kopf in den Schatten wandert oder bei Kopfschmerzen viel trinkt", sagt Prickarz. Zwei Liter sollte man mindestens zu sich nehmen und pro drei Grad Temperaturanstieg sollte sogar ein Liter mehr getrunken werden. Da diese Regel aber unmöglich zu erfüllen ist, empfiehlt er, so viel zu trinken wie möglich. Ansonsten soll man im Schatten bleiben und körperliche Anstrengungen vermeiden.

Zurzeit viele Schnittwunden

Neben den Hitzeproblemen gab es in den letzten Tagen einen ausgefallenen Grund, weshalb überdurchschnittlich viele Betroffene ins Krankenhaus kamen. "Es gibt auffällig viele Schnittwunden", erläutert Prickarz. "Wir haben überlegt, wie und ob diese mit der Hitze zusammenhängen und haben jetzt wohl die Lösung gefunden. Die Kirchweih mit ihren kaputten Bierkrügen und -flaschen."
Faktoren, die zu gesundheitlichen Problemen führen können, werden im Vitanas Seniorenheim besonders berücksichtigt, um die Senioren bestmöglich durch die Hitzewelle zu bringen. An jeder Ecke stehen Getränke für Mitarbeiter und Bewohner zur Verfügung. "Wir müssen alle durchhalten", erklärt die Pflegedienstleitung. "Es ist glücklicherweise noch nichts Dramatisches passiert und mir scheint es sogar, als hätten die Senioren weniger Probleme mit der Hitze als wir Jüngeren." Ventilatoren, Klimaanlagen, Rollos und das Durchlüften zur kühleren Tageszeit sorgen dafür, das Gebäude abzukühlen. Zur inneren Erfrischung der Bewohner wird während der heißen Zeit ein Eis als Nachtisch angeboten.
"Man muss es sich so einrichten, dass die Hitze erträglich ist", berichtet Ingrid Rödel, eine Bewohnerin des Seniorenheims. Früh trinkt sie einen warmen Tee und tagsüber viel Leitungswasser. Die 78-Jährige hält die Ruhezeiten ein und versucht sich so wenig wie möglich zu bewegen, um zusätzliche Belastungen zu vermeiden.
So entspannt sie sich tagsüber die meiste Zeit in ihrem liebevoll eingerichteten Zimmer, und wenn sie mal frische Luft schnappen geht, sucht sie sich ein schattiges Plätzchen.Um sich zu erfrischen, badet sie ihre Füße in kühlem Wasser oder genießt die Verdunstungskälte nach dem Waschen.