Kulmbach — Im Januar war der Gründersaldo in Bayern mit 43 minimal in den Miesen. Auch im Landkreis Kulmbach gab es ein Minus: Gewerbe-Anmeldungen abzüglich -abmeldungen ergaben sieben Abmeldungen mehr. Verglichen mit dem Vorjahr sieht es so aus: Die Zahl der Gewerbeanmeldungen ging mit 64 um acht gegenüber dem Vorjahr nach oben. Abgemeldet wurden damals 68 Gewerbe; fürs Jahr 2015 sind 71 Aufgaben, Übergaben oder Fortzüge aktenkundig.
Die "lokale Gründerszene" - das sind die Menschen mit den Gewerbeanmeldungen (außer Freiberufler, die werden nicht erfasst). Die gewerbliche Entwicklung kann das Landesamt für Statistik recht genau beschreiben, die Daten kommen von den Gewerbeämtern.
Nicht jedes Start-Up hat das Potenzial zum Großbetrieb 2025. Ein großer Teil sind immer Nebenerwerbsbetriebe. Deswegen unterscheiden die Statistiker: Im Januar waren in den 64 Gewerbeanmeldungen insgesamt 49 Neuerrichtungen enthalten. Das sind Firmen, die es vorher noch nicht gab. In denen wiederum stecken 13 Betriebsgründungen; mit diesem Begriff bezeichnen die Experten Gründungen, die das größte wirtschaftliche Potenzial vermuten lassen, Start-Ups mit Zukunft sozusagen. Im Vorjahr lag die Zahl der Betriebsgründungen bei 14. Diese besonders wichtigen Gründungen liegen also um eine niedriger als 2013.


Die feinen Unterschiede

Komplett ist das Bild aber erst, wenn die Abmeldungen einbezogen werden: Im Januar gab es im Kreis Kulmbach 71 Gewerbeabmeldungen. Auch da gibt es Unterschiede: 53 zählen als "echte Aufgaben". Davon waren aber nur elf Betriebsaufgaben, bei denen von größeren Arbeitsplatzverlusten auszugehen ist. Dazu sind in den Abmeldungen elf Firmen enthalten, die an Nachfolger oder Käufer übergeben wurden. Die tauchen in der Zahl der zehn Übernahmen bei den Anmeldungen großteils wieder auf.
Aus dem Kreis Kulmbach weggezogen sind im Januar sieben Firmen, zugezogen sind fünf - ein Minus von zwei Gewerbebetrieben. Die Frage heißt: Wie kommt man zu mehr Unternehmen, die kommen? McKinsey jedenfalls rät zu mehr Geld aus dem Staatssäckel: "Bayern sollte jetzt die Chance ergreifen, an die gerade entstehende zweite Start-up-Welle anzuknüpfen." zds