Weil er sich gerade einen Joint anzünden wollte und zudem ein knappes Gramm Marihuana im Gepäck hatte, hat das Amtsgericht Kulmbach einen 30 Jahre alten Mann aus Berlin zu einer Geldstrafe in Höhe von 40 Tagessätzen zu jeweils 40 Euro, also insgesamt 1600 Euro verurteilt. Der Beschuldigte, der als Beruf Spieleentwickler angab, war im Zuge einer Routinekontrolle der Polizei auf dem Autohof in Himmelkron erwischt worden.

"Als er uns entdeckt hat, ließ er den Joint augenblicklich fallen und verhielt sich auffällig", sagte der Beamte der Verkehrspolizeiinspektion in Bayreuth, die mit der Kontrolle befasst war. Auf die Frage, ob er noch mehr Rauschgift dabei habe, soll er zuerst mit Nein geantwortet haben.

Marihuana in der Bauchtasche

Doch bei der genaueren Untersuchung fanden die Polizisten in der Bauchtasche des Berliners ein kleines Plastikdöschen, in dem das Marihuana versteckt war.

Auch wenn es nur ein knappes Gramm und ein Joint gewesen seien, so könne sie das Verfahren nicht einfach einstellen, sagte Richterin Sieglinde Tettmann. In Bayern sei die Handhabung von Drogendelikten wesentlich strenger als etwa in Berlin, klärte sie den Angeklagten auf.

Außerdem hatte der Mann bereits eine einschlägige Vorstrafe. Wegen Handeltreibens und wegen des Besitzes von Drogen war der 30-Jährige 2016 vom Amtsgericht in Nürnberg zu einem Jahr auf Bewährung verurteilt worden.

Der Angeklagte selbst ließ über seinen Verteidiger Domenic Ipta aus Kulmbach zwar erklären, keine weiteren Angaben zur Sache machen zu wollen, gab aber dennoch zu, dass die Betäubungsmittel ihm gehörten. Eine Geldstrafe in Höhe von 60 Tagessätzen zu jeweils 40 Euro (2400 Euro) forderte deshalb der Vertreter der Staatsanwaltschaft. Der Anklagevertreter hielt dem Berliner zugute, dass es sich nur eine geringe Menge gehandelt habe, allerdings sei der Mann bereits wegen eines Drogendeliktes vorbestraft.

Eine Vorstrafe

20 Tagessätze sah dagegen der Verteidiger als ausreichend an, die Vorstrafe liege bereits fünf Jahre zurück, sein Mandant sei zwischenzeitlich vollständig resozialisiert.

Richterin Sieglinde Tettmann wählte mit ihren Urteil von 40 Tagessätzen genau die Mitte.

Aufgrund des Geständnisses, der geringen Menge und der Tatsache, dass es sich im Gegensatz etwa zu Crystal bei Marihuana um eine sogenannte weiche Droge handelt, sei die Geldstrafe trotz der nicht unbedeutenden Vorstrafe ausreichend.

Als Verurteilter muss der Angeklagte außerdem die Kosten des Verfahrens tragen.