Johannes Schlereth Bemerkt hatten es die Jäger. Immer wieder entdeckten sie freilaufende Hunde in der Natur. Die Ursache dafür: Gassi-Geh-Tourismus. Denn der Markt Burkardroth hatte damals keine Leinenpflicht. Das zog Hundehalter aus dem Umland an. Die Kommune erließ daraufhin vor einem Jahr eine Satzung, in der eine Leinenpflicht verankert ist. Zeit nachzufragen, ob die Verordnung wirkt.

"Es ist im Markt Burkardroth kein großes Problem", heißt es von Gerhard Zeller, dem geschäftsleitenden Beamten der Kommune. "Als wir damals die Satzung erarbeitet haben, hatten wir ein paar Fälle - aber das schlägt eher sporadisch auf." Zeller schätzt, dass jährlich etwa ein bis zwei Vorfälle bei der Verwaltung aufschlagen. Die Satzung hat vordergründig zwei Hauptaspekte. Zunächst erleichtert die Verordnung die Handhabe nach einer Beißattacke. Hundehalter können sich danach nicht durch Unwissenheit herausreden. Außerdem soll sich bei den Haltern einprägen, dass der Hund angeleint sein muss. Als Vorlage diente ein Muster des Bayerischen Gemeindetags und der Verordnung der Gemeinde Wartmannsroth aus dem Jahr 2017.

Kommune handelt

Ob der leinenlose Gassi-Geh-Tourismus sich durch die Satzung gelöst hat, lasse sich laut Zeller nur schwer beurteilen. Denn die Verwaltung der Kommune schickt keine Kontrolleure auf die Spazierwege. Außerdem: "Positive Erlebnisse im Zusammenhang mit der Leinenpflicht schlagen bei uns im Rathaus ja nicht auf. Das meldet uns ja niemand. Wir wissen erst dann etwas, wenn es Probleme mit einem Hund gibt."

Fall im Markt Burkardroth

Derzeit bearbeiten die Mitarbeiter der Kommune einen solchen Fall. Dabei handelt es sich um einen Hund, der amtsbekannt ist und dessen Halter zugezogen ist, heißt es aus dem Burkardrother Rathaus. "Darauf hat die Polizei uns hingewiesen. Wir nehmen das sehr ernst und wollen vorbeugend tätig werden", sagt Zeller.

Vor diesem Hintergrund gebe sich die Kommune nicht mit gut gemeinten oder beschwichtigenden Worten des Halters zum Verhalten des Hundes ab. "Ja, der Halter kann richtig liegen wenn er sagt, dass der Hund ungefährlich ist - das muss aber nicht der Fall sein. Mit einem "oh der tut ja niemandem etwas" geben wir uns in einem solchen Fall nicht ab. Die Kommune könne nicht wegschauen, wenn das Tier bereits aktenkundig sei. Um sich ein genaues Bild zu verschaffen soll es einen Ortstermin geben. Dabei ist auch ein Veterinär beteiligt. Dieser soll die Situation vor Ort beurteilen. Im Blick sind verschiedene Faktoren: "Es geht darum, was für ein Hund das ist. Es wird kontrolliert, ob der Hund eigenständig das Grundstück verlassen kann und natürlich auch wie der Halter den Hund hält", zählt Zeller beispielhaft auf.

Die Expertise des Veterinärs soll der Verwaltung dann im nächsten Schritt helfen. Aus der fachlichen Einschätzung erstellt die Verwaltung dann einen Bescheid, den der Halter umsetzen soll. "Wir sind da am Ball", heißt es von Zeller. Stefan Haschke, Dienststellenleiter der Polizeiinspektion in Bad Kissingen, betont, dass Vorfälle mit Hunden durchaus Thema seien, aber nicht zum regelmäßigen Alltagsgeschäft gehören würden.