Sich ehrenamtlich für Schwalben einsetzen - genau das machen unter anderem Carola Hebentanz aus Wickendorf und Johannes Wachter aus Neukenroth. Und während die eine "päppelt," betreut der andere 65 Nester auf der Rückseite eines Gebäudes. Jetzt wurden beide von der LBV (Landesbund für Vogelschutz)-Kreisgruppe Kronach für ihre Verdienste mit einer Plakette ausgezeichnet. "Schwalbenfreundliches Haus" nennt sich die Aktion, die darauf aufmerksam machen soll, wie wichtig der Schutz von Schwalben sei. Bewerben kann man sich über ein Formular, das unter anderem auf der Seite der LBV-Kreisgruppe zu finden ist.

43 Schwalben waren es bei Carola Hebentanz allein im letzten Jahr, die sie aufgepäppelt und wieder in die Freiheit entlassen hat. Die Tierschützerin engagiert sich schon seit langem und ist mittlerweile eine anerkannte Größe im Landkreis. Sogar bis in den Bayerischen Rundfunk hat sie es geschafft mit einem Beitrag über ihre Arbeit. Und die ist oft ziemlich spektakulär.

Flugversuche im Wohnzimmer

Zum Beispiel dann, wenn sie es den Schwalben ermöglicht, in ihrem Wohnzimmer das Fliegen zu üben. Denn das müssten die Kleinen erst lernen, die aus dem Nest gefallen waren. Aber nicht alle, die sie in die Hände bekommt, sind einfach aus einem Nest "gefallen." Bei Bauarbeiten in Kronach zum Beispiel hatten die Arbeiter "störende Nester" mit den Jungtieren wohl einfach "abgerissen" und wollten sie ihrem Schicksal überlassen, obwohl das verboten sei, erklärt sie. Ein Mitarbeiter zeigte Verantwortung und vor allem Mitgefühl und gab die Vögel bei Hebentanz ab.

Johannes Wachter freut sich über die zahlreichen Schwalbennester, die sich an der Rückseite der Werkstatt seines Bruders befinden. Er engagiert sich ebenfalls schon lange für die Tiere, die sich dort offensichtlich wohl fühlen. Seit den 70er Jahren sind sie hier immerhin heimisch, und nicht alle Nester sind von den Schwalben selbst gebaut. Wachter hat von ihm gestaltete Kunstnester am Haus angebracht, die ebenfalls sehr gut angenommen wurden. Die schiere Anzahl der Nester sei schon eine Besonderheit, betonte Zweite Vorsitzende, Cordula Kelle-Dingel.