Wir befinden uns im Jahr 1931. Jazzmusik klingt aus einem Keller der Bing Spielwarenwerke in Nürnberg (heute die Firma Diehl, Ecke Stephanstrasse/Vordere Cramergasse). Die Weltenbummlerin und Künstlerin Julia Kempinsky hat ein zehnköpfiges Orchester aus zwielichtigen Musikern zusammengestellt, die Jazz Rebels, um den schwarzen Jazz nach Franken zu bringen. Deshalb hat sie den "Baumwoll-Club" hier eröffnet, inspiriert von ihren mehrfachen Besuchen des New Yorker Cotton Club.
Dort lernte sie Walter Haas kennen, den Inhaber von Levi Strauss & Co. Er ist der Großneffe des im fränkischen Buttenheim geborenen Firmengründers Löb Strauß. Walter Haas war begeistert von Julia Kempinskys Idee, einen "Baumwoll-Club" in der Heimat seines Großonkels zu eröffnen - in Anlehnung an den Rohstoff der legendären Levi's Jeans - und gewährte ihr eine großzügige Finanzspritze.


Exotische Tänzerinnen

Zusätzlich konnte Julia Kempinsky den Inhaber der Vereinigten Papierwerke Nürnberg, Oskar Rosenfelder, für ihre Idee eines Jazzclubs mit Showprogramm begeistern. Der Erfinder des Papiertaschentuches hatte 1929 das Tempotuch als Marke angemeldet und feiert nun im Baumwoll-Club "Zwei Jahre Tempotuch!".
Exotische Tänzerinnen aus ganz Europa folgten Julia Kempinskys Ruf, um eine der legendärsten Shows im Nürnberg dieser Jahre zu erschaffen: "A night at the Cotton Club" mit den Jazz Rebels. Damit die Atmosphäre so authentisch wie möglich dem New Yorker Cotton Club nahekommt, gelten auch hier in Nürnberg die Regeln der Prohibition ... Alkoholverbot! Da dieses regelmäßig missachtet wird, kommt es gelegentlich zu Polizeirazzien. Allerlei mafiöse Gestalten bevölkern den Nachtclub ... es wird spannend!
Die Rote Bühne Nürnberg, die diese Show erdacht hat, geht mit ihrem Programm auch auf Tour und gastiert am Samstag, 20. Februar, um 20 Uhr im Maria-Elisabeth-Schaeffler-Kultursaal der Fortuna Kulturfabrik Höchstadt. Das teilt Reinhard Grasse im Auftrag der Stadt Höchstadt und der Kulturfabrik mit. red