Bereits zum fünften Mal initiieren die katholische und die evangelische Kirche gemeinsam während der Fastenzeit Alltagsexerzitien. Diese geistlichen Übungen, die gemeinsam, in der Gruppe oder im kleinen Kreis getätigt werden können, sollen die Menschen näher zum Glauben führen und als "persönliche Auszeit" dienen.
Die beiden Kirchen haben ein gemeinsames Exerzitienbuch für Gruppenleiter und Interessierte erstellt. "Von Herzen gern" lautet das Motto des Exerzitienbuches 2017. Im letzten Jahr wurden 1550 Bücher verkauft und 125 Gruppenleitern aus achtzig Gemeinden zur Verfügung gestellt.


Gott schenkt ein neues Herz

Mit einem gemeinsamen ökumenischen Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Hedwig in Kulmbach eröffneten Regionalbischöfin Dorothea Greiner und Weihbischof Herwig Gössl kurz vor dem Beginn der Fastenwochen die Zeit der Exerzitien.
"Herzensverhärtung ist eine Krankheit", machte der katholische Weihbischof klar. Seine Predigt drehte sich um seelische Herzensverhärtung durch Provokationen, Neid, Missgunst, Kriege, emotionale Kälte und andere unerfreuliche Dinge, die den Menschen im täglichen Leben begegnen. "Gott hilft den Betroffenen, ein neues Herz zu bekommen."


Es geht ums Handeln

Auch die evangelische Regionalbischöfin stellte das menschliche Herz in den Mittelpunkt ihrer Predigt, gemäß dem Exerzitien-Motto: "Ein gutes Wort, eine gute Tat kommen aus einem Herzen, das von Herzen gern Liebevolles sagt und tut. Christus im Herzen ist der Garant dafür, dass wir liebevoll handeln", betonte die Regionalbischöfin und mahnte zur Besinnung auf Gott, zur inneren Einkehr. "Es geht darum, dass wir handeln", versuchte sie den Menschen Mut zu machen, die guten Gedanken als Werke der Liebe auch in die Tat umzusetzen.
Der Eröffnungsgottesdienst in der Pfarrkirche St. Hedwig in Kulmbach wurde vom St.-Hedwig-Chor und der Band musikalisch ausgestaltet. Weihbischof Herwig Gössl und Regionalbischöfin Dorothea Greiner segneten die Gläubigen persönlich.


Zeit für Begegnungen

Nach dem Gottesdienst nutzten viele Teilnehmer die Möglichkeit zum persönlichen Austausch. Auch die Dekane aus Kulmbach und Thurnau sowie zahlreiche Pfarrer aus der gesamten Region waren zum Eröffnungsgottesdienst gekommen.