"Arbeit macht das Leben süß, Faulheit stärkt die Glieder", von diesem Motto hat sich Anita Schubert ein Leben lang leiten lassen.

Am Mittwoch feierte die mit Humor gesegnete Seniorin im Eltmanner Stadtteil Lembach ihren 95. Geburtstag. Eltmanns Bürgermeister und stellvertretender Landrat Michael Ziegler und Stadtteilsprecherin Jutta Aumüller überbrachten die Glückwünsche der Stadt und des Landkreises.

"Ich bin ein schönes Mädchen aus Sachsen", sagte die Jubilarin schmunzelnd. Anita Schubert, geborene Pönisch, ist in Sachsen geboren und aufgewachsen.

Wie es damals so üblich war, ist sie mit 13 Jahren in Chemnitz in Stellung gegangen. Als junge Frau hat es sie nach Plauen verschlagen, wo sie ihren ersten Mann Kurt Fischer heiratete. Aus dieser Ehe ging eine Tochter hervor, die bereits verstorben ist. Mittlerweile freut sich Anita Schubert über zwei Enkel, zwei Urenkel und den acht Wochen alten Ururenkel Matteo.

"Es war ein schweres, aber auch ein schönes Leben", blickt die Jubilarin auf ihr Lebenswerk, das geprägt war von der Arbeit im Bergwerk in Plauen. Nach dem Tod ihres ersten Mannes, heiratete sie in Plauen ihren zweiten Ehemann Alfred Schubert, der damals ebenfalls verwitwet war und der vor 25 Jahren starb. Bevor die Jubilarin vor sechs Jahren nach Lembach ins Haus der Enkeltochter Ronny Höhn und deren Ehemann Matthias zog, lebte sie einige Jahre in Lüdenscheid bei ihrer Tochter. Nicht nur mit Humor, sondern auch mit Selbstbewusstsein und einem starken Willen ist Anita Schubert gesegnet. Sie führte lange Jahre und auch weit über das Rentenalter hinaus das Regiment als Köchin in einer Bahnhofsgaststätte. Neben der Arbeit suchte sie Ausgleich beim Urlaub mit ihrer Familie auf Campingplätzen. Aber auch Tagesausflüge und Schifffahrten zählten als Ausgleich zum Arbeitsalltag. "Im Urlaub haben wir es uns gut gehen lassen", erinnert sie sich gerne an diese Zeiten.

Begehrte Socken

Im Familienkreis ist die Jubilarin fest integriert und so übernimmt sie im Haus der Enkeltochter auch kleine Aufgaben, wie das Blumengießen in ihrem Zimmer oder Kartoffelschälen nach dem Motto: "Man darf nicht nur essen, sondern man muss auch dafür arbeiten". Stricken gehört zur Lieblingsbeschäftigung der Seniorin, vor allem ihre selbstgestrickten Socken sind im Familienkreis heiß begehrt. Die Zeit vertreibt sich Anita Schubert beim Lesen von Arzt-, Heimat- und Liebesromanen. Der Lesestoff darf nie ausgehen, denn drei Romane in der Woche verschlingt die Jubilarin leicht und locker, wie sie erzählte. Ein Geheimrezept für das lange Leben könnte das Gläschen Sekt sein, mit dem die Jubilarin nicht nur an ihrem Ehrentag gerne angestoßen hat.