Im Eingangsbereich der Geschäftsstelle der VR-Bank Oberfranken-Mitte in der Melkendorfer Hauptstraße hängt ab sofort ein Defibrillator. Angeschafft wurde das etwa 1800 Euro teuere Gerät in einer gemeinschaftlichen Aktion aller Melkendorfer Vereine inklusive der Kirche sowie mit Unterstützung einer Spende der VR-Bank.
"Detlev Hahn kam im Herbst auf mich zu und meinte, wir bräuchten so etwas unbedingt in unserer Gemeinde", sagte Torsten Grampp, Vorsitzender der Melkendorfer Feuerwehr. Daraufhin seien alle Vereine befragt und mit ins Boot geholt worden, um die Kosten gleichmäßig zu verteilen. "Es war großartig, dass alle sofort bereit waren, bei dem Projekt mitzumachen."


Kein Grund, Angst zu haben

Nun musste nur noch ein geeigneter Standort gesucht werden, der möglichst zentral und für alle gut erreichbar ist. Hier kam die VR-Bank ins Spiel, die bereits selbst fast flächendeckend in den eigenen Geschäftsstellen Defibrillatoren installiert hat. "Wir wollen über die Bank hinaus für die Region da sein", sagte Bereichsdirektor Gerhard Zettel. "Auch wenn bislang keiner der Defibrillatoren benutzt wurde, ist es dennoch eine sinnvolle Ausgabe - wenn nur ein Leben damit gerettet werden kann, hat sich die Anschaffung gelohnt."
Tatsächlich erweist sich ein Defibrillator in der Praxis als äußerst hilfreich, wie Frank Wilzok berichtete, der für die Beschaffung des Gerätes verantwortlich war. "Dabei muss ich als Ersthelfer keine Angst vor dem Gerät haben, denn es ist vollautomatisch und löst einen Schock nur dann aus, wenn es auch nötig ist", sagte der Rettungsprofi und räumte mit einer kurzen Demonstration erste Berührungsängste aus dem Weg.
"Der Defi ist absolut selbst erklärend, er spricht mit dem Ersthelfer und gibt exakte Anweisungen." Falsch machen könne man nur eines im Notfall: nämlich nichts zu tun. "Wir hatten schon einige Patienten, die vom Einsatz eines Defibrillators eindeutig profitierten." Bis der Rettungswagen vor Ort sei, könne es im Stadtgebiet acht bis zehn Minuten dauern, auf dem Land auch länger, "da ist der Ersthelfer der Entscheidende in der Rettungskette."


Schulungen im Herbst

Um jedoch bei den teilnehmenden Vereinen auch die letzten Bedenken zu beseitigen, wird Frank Wilzok im Herbst Schulungen durchführen. Der Defibrillator hängt betriebsbereit und für alle zugänglich im Eingangsbereich der VR-Bank Melkendorf, eine Kurzanleitung soll in Bälde zusätzlich angebracht werden.