Seit Einführung des bayerischen E-Government-Gesetzes haben die Kommunen im Rahmen der Verhältnismäßigkeit verpflichtend die Sicherheit der informationstechnischen Systeme sicherzustellen. Das Gesetz bestimmt im Detail, dass angemessene technische und organisatorische Maßnahmen zu treffen und die hierzu erforderlichen Informationskonzepte zu erstellen sind.

Vor allen Dingen kleine und mittlere Kommunen kommen dabei an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit und ihres Know-hows. Die Bürgermeister und EDV-Verantwortlichen der "Lebensregion plus" stehen deshalb schon seit über zwei Jahren in engem Kontakt. Zur Sensibilisierung der Mitarbeiter wurden Workshops organisiert und im engeren Kreis erste Schritte zur Erstellung der Konzepte eingeleitet.

Kräfte bündeln, Kosten sparen

"Es wurde dabei schnell und immer mehr ersichtlich, dass die Arbeiten die Verwaltungen überfordern", erklärte die Managerin der Allianz "Lebensregion plus", Ulla Schmidt.

"In keinem Rathaus der ILE-Allianz gibt es Mitarbeiter, die über die Erstellung der Konzepte hinaus die daraus resultierenden Maßnahmen - seien es bauliche, technische oder rechtliche Erfordernisse - einleiten und umsetzen könnten", brachte es Rauhenebrachs Bürgermeister und Sprecher der "Lebensregion plus", Matthias Bäuerlein, ergänzend auf den Punkt.

"Wir bündeln unsere Kräfte und sparen dadurch Kosten", pflichtete Bürgermeisterkollege Bernhard Ruß aus Sand bei.

Gemeinsame Wege gehen deshalb offiziell im Rahmen eines Kooperationsprojektes zukünftig mehrere Gemeinden der interkommunalen Allianz "Lebensregion plus" bei der Gewährleistung der Informationssicherheit in den Rathäusern: Knetzgau, Oberaurach und Sand sowie die Mitgliedsgemeinden der Verwaltungsgemeinschaft Ebelsbach nehmen die Verpflichtung, die sich aus dem bayerischen E-Government-Gesetz ergibt, sehr ernst und haben einen gemeinsamen Informationssicherheitsbeauftragten eingestellt. Von seinem Dienstsitz in der Gemeinde Knetzgau, die auch die Projektträgerschaft übernommen hat, ist seit Anfang Oktober Jochen Beckert aus Ebelsbach für die Entwicklung und Umsetzung der jeweiligen Sicherheitskonzepte verantwortlich.

Zuschuss von 90 000 Euro

Für die fünfjährige Projektlaufzeit gewährt der Freistaat Bayern aufgrund der interkommunalen Zusammenarbeit eine Zuwendung in Höhe von 90 000 Euro. Den Rest der Personal- und Sachkosten bringen die beteiligten Kommunen im Verhältnis ihrer Einwohnerzahlen auf.

Zu einem ersten gemeinsamen Arbeitstreffen mit dem neuen Mitarbeiter trafen sich in dieser Woche die Bürgermeister und Systemverantwortlichen im Knetzgauer Rathaus. cr