von unserer Mitarbeiterin Sabine Weinbeer

Oberaurach — "Das einzige Gesetz, das der Einbrecher kennt, ist das Hebelgesetz", das ist sicher nicht der einzige Satz, den sich die Besucher eingeprägt haben, die am Montag auf Einladung von "Bürger helfen Bürgern" ins "Sternstübla" kamen. Im Bürgertreff der Gemeinde Oberaurach (im Oberaurachzentrum in Trossenfurt) referierte Dietmar Dömling von der Kriminalpolizei Schweinfurt zum Thema "Schutz vor Einbrechern und Trickbetrügern".
Immer wieder gab es im Publikum überraschte oder schuldbewusste Gesichter, etwa, wenn der Kriminaloberkommissar darauf hinwies, dass "ein gekipptes Fenster ein offenes Fenster" ist, oder dass "man eine Haustür mit Mehrfachverriegelung auch mehrfach verriegeln, also den Schlüssel öfter als einmal umdrehen muss". Viele Tipps hatte er parat von der nachträglichen Sicherung von Kellerfenstern oder Terrassentüren bis hin zu technischer Ausrüstung. Licht ist wichtig: sowohl mit Bewegungsmeldern außen am Haus, als auch mit Zeitschaltuhren im Haus. Die meisten Einbrüche geschehen nämlich zwischen Oktober und März nach Einbruch der Dunkelheit zwischen 17 und 20 Uhr.

Aufmerksame Nachbarn sind gut

Aufmerksame Nachbarn seien sehr hilfreich, vor allem weil sie durch ihre Zeugenaussage zur Festnahme von Tätern beitragen können, erklärte Dömling. Vor allem aber könnten sie dafür sorgen, dass der Briefkasten nicht überquillt, oder dass die Rollläden nicht zwei Wochen lang geschlossen sind.
Wichtig sei auch das eigene Verhalten. Auf den Anrufbeantworter zu sprechen oder in sozialen Netzwerken zu posten, dass gerade die Wohnung oder das Haus leer steht, sei nicht sehr clever. Auch wies der Polizist darauf hin, dass Versicherungen die Schadensregulierung verweigern, wenn der Eigentümer den Einbruch begünstigt hat, etwa durch Nachlässigkeit beim Abschließen - oder durch den Schlüssel unterm Blumentopf.
Grundsätzlich sei alles sinnvoll, was den Einbruch erschwert - oder mit Geräuschen verbindet, denn "im Durchschnitt probiert es ein Einbrecher drei Minuten lang, wenn er dann nicht reinkommt, gibt er auf." Und wie man reinkommt, wenn etwa das Fenster gekippt ist oder die Tür älter, das könne man auf Youtube lernen.
Weil Wohnungseinbrüche dramatisch zunehmen, hat die Bundesregierung ein Förderprogramm Einbruchsicherung beschlossen, wusste Dömling. 20 Prozent Zuschuss soll es geben auf Investitionen in den Einbruchschutz zwischen 500 und 1500 Euro. Wie das Ganze beantragt und umgesetzt wird, wisse er noch nicht. Kurz ging er auch auf Trickbetrüger an der Haustür ein. Er warnte vor falscher Hilfsbereitschaft, wenn jemand um Stift und Zettel bittet, um einem Nachbarn eine Nachricht hinterlassen zu können.
"Lassen Sie niemanden in die Wohnung und lassen Sie ihn auch nicht an der unverschlossenen Tür warten", warnte Dömling seine Zuhörer eindringlich. Ein zweiter Täter ist schnell unbemerkt in die Wohnung geschlüpft.
Dömling verwies auf die kriminalpolizeiliche Beratungsstelle in Schweinfurt und auf die Internetseiten www.polizei-beratung.de und www.k-einbruch.de.
Koordinatorin Anita Amend dankte Dömling. Der offene Treff im "Sternstübla" ist jeden Montag von 14 bis 16 Uhr; am Freitag, 3. Juli, 19 Uhr, erfahren Eltern und Großeltern mehr über die Mediennutzung von Teenagern, die Chancen und Gefahren von Internet und Co. Referent ist Roland Baumann.