Der Amoklauf von München und der Bombenanschlag von Ansbach haben auch das Forchheimer Fest geprägt. Während der elf Festtage wurden die Sicherheitskräfte - insbesondere an den Wochenenden - aufgestockt und die Polizei zeigte vermehrt Präsenz. Die meisten Besucher hatten Verständnis für die Taschenkontrollen und die Bitte, keine großen Rücksäcke mitzunehmen. Die Weiterentwicklung des Sicherheitskonzeptes steht auch auf der To-do-Liste von Klaus Backer, dem Leiter des Ordnungsamtes der Stadt Forchheim. Alles in allem freute sich Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD) über ein "harmonisches und friedliches Annafest 2016".
Bürgermeister Franz Streit (CSU) fühlt sich bestätigt: "Vor zehn Jahren haben wir die Weichen gestellt für ein familienfreundliches Annafest. Ein Ballermann-Ambiente wollten wir verhindern. Jetzt sind wir auf dem aufsteigenden Ast. 2015 war natürlich ein absolutes Rekord-Jubiläums-Annafest mit großem Festzug, das wir dieses Jahr nicht überbieten konnten." Auf bis zu 500 000 schätzt Klaus Backer die Besucherzahl in diesem Jahr.


Interessant für Familien

Kirschstein unterstreicht: "Es ist ein Fest für die ganze Familie. Für die Kinder wird viel geboten, zum Beispiel die Kinderkarusselle, und die Spielplätze im Kellerwald. Hier können die Eltern auf den Kellern sitzen und gleichzeitig die Kinder im Auge haben." Jene, die ohne Kinder unterwegs waren, nutzten die vielen ruhigen Sitzplätze auf den Kellern zur entspannten Unterhaltung, wie zum Beispiel auf dem Blümleins-Keller oder auf dem Brauwastl-Keller. Besondere Erwähnung erfuhr das Weinstadl der Freiwilligen Feuerwehr auf dem Weg zwischen Rappen- und Glockenkeller. 20 Cent von jedem verkauften Schoppen Wein gehen an die Initiative Paulinchen für brandverletzte Kinder.
Ein Fazit der Wirte und Schausteller teilte Klaus Backer mit. Demnach erwies sich der erste Samstag als besucherstärkster Tag, während der zweite Samstag traditionell der umsatzstärkste Tag sei. Bei den Familiennachmittagen mit ermäßigten Preisen für Fahrgeschäfte und Leckereien schnitt der Donnerstag deutlich besser ab als der Dienstag, was möglicherweise dem leichten Regenguss geschuldet war. Das Preisniveau sei moderat, so Backer. Sehr zufrieden äußerte sich Harvey Wegener, der den Beach Jumper betreibt. "Der Beach Jumper war sehr gut besucht. Das Annafest ist gut gelaufen!" Viele Besucher des "Hüpfers" waren von der kleinen Wette angetan: Wer nach dem Auf- und Ab des Fahrgeschäftes am meisten Wasser in seinem Plastikbecher nachweisen konnte, gewann eine Freifahrt.
Nico Cieslar, Leiter der Tourist-Information, ist ebenfalls zufrieden: "Auf der städtischen Facebook Seite haben wir das Annafest heuer stärker begleitet. Die Fangemeinde ist während des Annafestes um 1350 Fans gestiegen. Die meisten Zugriffe erfolgten aus Forchheim, als zweites aus Nürnberg." Alle 550 Forchheimer Gästebetten waren an den beiden Wochenenden ausgebucht.


Dank an die Anwohner

Ein großes Lob sprach Klaus Backer den Bewohnern um den Kellerwald herum aus, besonders denen, die in Lichteneiche wohnen: "Sie werden beschallt, beparkt und im schlimmsten Fall mit den Hinterlassenschaften der Festbesucher konfrontiert. Trotzdem stehen sie hinter ihrem Annafest!"