Trebgast — Steil in den Himmel ragende Bäume, tiefes Grün, eine in Blau und Violett getauchte fluoreszierende Felswand: Die Naturbühne in Trebgast verwandelten der MainLine-Gospel-Chor und die Band Double B bei ihrem Gastspiel vor etwa 350 Zuhörern für nahezu drei Stunden in einen Ort des gesungenen Glaubens, des tränenreichen Blues und des swingenden Jazz.
Spannungsvoll, groovig, mit rhythmischen Vorwärtsstürmen, vokales Stillehalten, den Blick nach oben gerichtet: Die Gospelsingers beherrschten alle Gefühlsskalen, ließen mitfiebern und ins Innere dringen. Und der Partner, die Band Double B, erfüllte hohe Ansprüche. Die Blechbläser in Hochform, der Trompeter mit Spitzentönen, wummernde Bässe, die die Seele beflügelten.
Das Programm lotete von Barbershop-Musik und Gospelrock bis zu Balladen, die gregorianischen Gesängen ähnelten, viele Facetten aus. Ein Repertoire im Überfluss. Der Chorleiter und Arrangeur Heinz Bittermann spornte durch seine Intuition und Intensität alle Musiker zu Höchstleistungen an.
Das Ensemble mit durchwegs ausgereiften Stimmen überzeugte ebenso in reicher Körpersprache und sensibler Gestik. Imaginäre Flüge über den bläuenden Nachthimmel, nochmals im tiefen Blues zu Herzen gehend, Chor und Band woben ein in fiebernde Seligkeit, die Saxofone untermalten wie schwebend.


Publikum war begeistert

Der Blues erreichte jede Faser der Empfindung, die Posaune schrammte sich an den Steinen und Pfarrer Thomas Schmidt entlockte seinem Bass Töne bis hinauf in den Himmel. Die Liaison von Chor, Band und MainLine-Men ist zur echten Liebe geworden.
Als dann noch die Songs von Eric Clapton und Joe Cocker ins Publikum hineingetragen wurden, kam die Stimmung im Publikum erst recht auf. Ein paar Solisten dürfen besonders erwähnt werden: Ein ständig gefragter Matthias Eber, dessen sonorer, etwas rauchiger Bass in der Qualität nie erlahmte.
Er belebte die gesamte Szene ungemein. Dazu die Sopranistin Meike Weigand mit ihrem hellen, lupenreinen Sound und Steffi Bayer (Alt), die Oktaven fein festhaltend und in klarer Artikulation brillierend. Heinz Biedermann alias Satchmo, ist ein immer noch ungetrübter Genuss. Ungewöhnlich war in dieser Nacht auch der Moderator Gerd Kammerer, der den Textdichter gab. Er erbrachte viele schöne Übergänge zwischen Musik und Gesang in Versform.
Die Zugabe "Oh happy day" hätte es nicht besser ausdrücken können, es war ein wundervoller Gospelabend. Christine aus Hof, ein echter Fan, meinte: "Ich vergesse da alle Sorgen, gehe voll mit und freue mich schon auf das nächste Konzert."
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