Redwitz — "Ich weiß noch, wie wir zum ersten Mal in die neue Kirche eingelaufen sind", erinnert sich ein älterer Kirchenbesucher an den Tag der Weihe der St. Michael-Kirche. Zusammen mit seiner Frau ist er auch an diesem Tag wieder in St. Michael, um den nun 50. Weihetag des Gotteshauses zu begehen.
Der Festgottesdienst mit anschließendem Kirchweihbetrieb war ein Höhepunkt des breit angelegten Jahresprogramms zum 50. Kirchenjubiläum der Kuratie St. Michael Redwitz. In der Predigt wurde deutlich, welch wichtige Rolle die Kirche im Leben spielt und welche positiven Auswirkungen sie hat.
Den Auftakt des Festgottesdienstes machte der Einmarsch der Fahnenträger, angeführt von der Blaskapelle Modschiedel, den Ministranten mit der Geistlichkeit sowie den Vertretern der politischen Gemeinde, zu denen auch stellvertretender Landrat Helmut Fischer (CSU) gehörte.
Dekan Michael Schüpferling stellte nach der Begrüßung der vielen Gäste fest, dass bei einem Kirchenjubiläum weniger das Kirchengebäude oder dessen Patron gefeiert werden. Viel mehr feierten die Menschen sich selbst, weil sie getauft sind und daran erinnert werden sollen, dass sie als lebendige Glieder der Kirche zu einer konkreten Gemeinde gehören.
Nach der Lesung durch Inge Schiepek bezog sich Domdekan Hubert Schiepek in seiner Festpredigt auf den Heiligen Franziskus und brachte diesen in Verbindung mit dem 50. Weihetag der Kirche. Schiepek forderte auf, zurückzudenken an die, die vor 50 Jahren diese Kirche gebaut und die alle mitgeholfen und Opfer dafür erbracht haben. "Ihr seid die lebendigen Steine der Kirche in Redwitz", wandte sich der Domvikar direkt an die Gottesdienstbesucher. Franz Wachter, Mitglied der Kirchenverwaltung, blickte auf die Anfänge von St. Michael zurück. "Alles wäre nicht so, wenn es nicht so viele Helfer gegeben hätte und noch gibt." Er informierte über die Sanierungsarbeiten an der Kirche und überreichte an Pfarrer Schüpferling als obersten Bauherrn eine Maurerkelle und einen Bauhelm.

An kargen Betsaal erinnert

Bürgermeister Christian Mrosek (CSU) sah in dem 50. Geburtstag des Gotteshauses ein großes Ereignis für die Gemeinde Redwitz. Für die Katholiken habe zuvor lange Zeit nur der karge Beetsaal im Schloss zur Verfügung gestanden. Der Einzug in das neue Gotteshaus war vor 50 Jahren für alle ein denkwürdiges Ereignis. Der evangelische Pfarrer Till Roth freute er sich über die gut gepflegte Ökumene vor Ort. Die Blaskapelle Modschiedel unter der Leitung von Simon Ehnes gestaltete den Festgottesdienst von der Empore musikalisch mit aus. Die Orgel spielte Fabian Brand. Dem Festgottesdienst schloss sich ein buntes Kirchweihtreiben an. Bei den Gesprächen am Tisch kamen die Gäste immer wieder auf die Anfänge des Kirchenbaus zu sprechen, und vor allem die Älteren wussten viel zu erzählen.
Mit einem Auftritt gratulierte eine Gruppe der evangelischen Kindertagesstätte Grünschnabel und spielte sich mit ihrem Stück in die Herzen der Gäste. Später war es der heimische Liedermacher Franz Wachter, der mit seinen Liedern musikalisch unterhielt. Dazu ließen sich alle neben den selbst gebackenen Kuchen und Torten auch Steaks und Bratwürste schmecken. Trotz des Regens saßen die Gäste gemütlich und vor allem geschützt in den aufgestellten Zelten. Großer Beifall setzte ein, als der ehemalige Pfarrer Gerhard Möckel zu Besuch kam und viele mit ihm das Gespräch suchten.
Für die Kinder stand eine große Auswahl an Spielen zur Verfügung. Wer Lust hatte, testete sein Wissen an einem Kirchenquiz.
Gern gekauft wurden die eigens zum Jubiläum hergestellten Pralinen mit Sonderaufdruck. Wie es sich für ein Jubiläum gehört, wurde auch mit Sekt angestoßen. Thomas Micheel