35 Westheimer jüdischen Glaubens gab es einst. Das NS-Regime verfrachtete sie in den Tod. Mittlerweile gedenkt man ihrer mit einer Namenstafel und einer Deckenrolle auf dem Benjamin-Hirschenberger-Platz. In die reiche jüdische Vergangenheit Westheim tauchten einige Interessierte bei einer Exkursion ein.

Die jüdische Vergangenheit reicht weit zurück. So ermordeten die Nazis auch mehrere Familienmitglieder der Familie Klingenstein, die über 200 Jahre in Westheim ansässig waren. Einmalig im Landkreis ist die Tatsache, dass die jüdische Familie Klingenstein und die christliche Familie Zeier sich einen Hof, ein Wohnhaus, einen Stall und eine Scheune teilten.

Kuriosum der Badehäuser

Eine weitere Besonderheit von Westheim stellen die beiden noch vorhandenen Badehäuser (Mikwaot) dar. Die ältere Männermikwe aus dem 18. Jahrhundert sowie die Frauenmikwe aus dem beginnenden 20 Jh. sind in gleichem Stil gebaut. Ein Tauchbad ist einer der drei Pfeiler im jüdischen Glauben, neben einer Synagoge oder einem Betraum und einem Friedhof.

Die Westheimer Verstorbenen wurden in Pfaffenhausen beerdigt, der letzte war 1937 Heinemann Klingenstein. Neben vielen Informationen zur Synagoge und verschiedenen Familien wurde die Geschichte der Hirschenbergers besprochen sowie der Status von Schutzjuden im Freihof der von Erthals.

Aus dem Judenhof führen noch heute die Stufen zur Saale hinunter, an dem die Gemeinde das Taschlikgebet am Neujahrsfest im Herbst verrichtete. Dabei handelt es sich um das Gebet zur Vergebung der Sünden im vergangenen Jahr und die Bitte für ein friedliches und Glückliches neues Jahr.

Den Abschluss bildete die Familie des Metzgers Max Adler und ein Text aus dem Poesiealbum seiner Tochter Lili Adler, das heute im Besitz des Bezirks Unterfranken ist. red