Der Verein der Orgelfreunde Bad Brückenau soll in absehbarer Zeit aufgelöst werden. Voraussetzung dafür ist eine Satzungsänderung, die die Mitgliederversammlung jetzt auf den Weg gebracht hat. Ein Notar wurde mit der weiteren Abwicklung beauftragt, die laut Gesetz rund ein Jahr in Anspruch nehmen wird.
"Wir haben eine neue Orgel in unserer Stadtpfarrkirche St. Bartholomäus und sie ist bezahlt", sagte Vorsitzender Karlheinz Schmitt auf der jüngsten Mitgliederversammlung. Nach 14 Jahren könne sich der Verein auflösen, da sein originärer Zweck, die Finanzierung des Instrumenten-Neubaus, erfüllt sei.
Schmitt erinnerte in seinem ausführlichen Rückblick noch einmal an die Anfänge des Vereins unter dem damaligen Vorsitzenden Edmund Wilhelm im Jahre 2003. Vier Jahre später hatte man sich entschlossen, das Vereinsvermögen für eine neue Orgel zur Verfügung zu stellen, deren Baukosten mit 450 000 Euro veranschlagt waren. Die Hälfte der Summe musste die Pfarrei aus eigener Tasche bezahlen. Im Februar 2009 konnte Weihbischof Helmut Bauer in einem feierlichen Pontifikalamt das Instrument einweihen. Während eines Gottesdienstes griff Regionalkantor Peter Rottmann erstmals in die Tasten.
Dank zahlreicher Aktionen kam die Finanzierung erfolgreich ins Rollen. Jede noch so ausgefallene Idee, die Geld in die Kasse bringen könnte, wurde in die Tat umgesetzt. Sogar eine Lotterie stellte man auf die Beine. Und dann waren da noch die vielen Spender, die für die gute Sache gern tief in den Geldbeutel griffen. Schmitt sprach allen seinen Dank aus, die in den vergangenen fast anderthalb Jahrzehnten in irgendeiner Form zum Gelingen des Mammutprojekts beigetragen haben.


Auflösung 2018

Breiten Raum nahm auf der Mitgliederversammlung die Beschäftigung mit der Satzungsänderung ein. Alle 22 Stimmberechtigten einigten sich auf folgenden Passus: "Ein Beschluss über die Auflösung des Vereins bedarf der Zustimmung von drei Vierteln der abgegebenen Stimmen in der Mitgliederversammlung." Diese Zusammenkunft wird dann erst 2018 stattfinden. "Denn für die Vereinsauflösung benötigen wir rund ein Jahr und sie muss öffentlich bekannt gemacht werden, da von dritter Stelle Einwendungen gegen die Überlassung des Restvereinsvermögens erhoben werden können", klärte Schmitt über das bevorstehende Prozedere auf.


Letzte Aktion: Orgel-CD

Wenn es nach den Orgelfreunden geht, soll das dann noch vorhandene Geld zur Wartung und Instandhaltung des Instruments verwendet werden. Eine Aufgabe hat der Verein nach Aussage des Vorsitzenden noch zu erledigen, nämlich die Herstellung einer Orgel-CD. Für diese Aktion sei schon eine Spende von 500 Euro eingegangen.
Schmitt machte noch auf einige wichtige Formalien aufmerksam. Erstens würden die Beiträge für 2017 noch eingezogen. Zweitens erlösche bei Auflösung des Vereins die Mitgliedschaft automatisch, eine Kündigung sei nicht notwendig.
Dekan Michael Krammer würdigte in einem Grußwort die großartige Leistung des Vereins, die gewaltige Summe von über 225 000 Euro aufgebracht zu haben. Der Geistliche bedauerte die angestrebte Auflösung.
Weitergeführt wird nach Auskunft von Kantor Markus Wollmann auf jeden Fall die Orgelnacht. Schirmherr, so verlautete, könnte in Zukunft die Kirchenverwaltung sein. Die nächste Veranstaltung dieser Art findet am Mittwoch, 24. Mai, mit erneut drei Konzerten statt.