Am Hochfest "Maria Aufnahme in den Himmel", im Volksmund "Maria Himmelfahrt" genannt, kamen hunderte Gläubige zum Zeiler Käppele. Auf der Wiese an der Freialtarinsel feierten sie bei herrlichstem Wetter den Gottesdienst mit Kräuterbüschel-Segnung. Der Zeiler Obst- und Gartenbauverein sammelte Heilkräuter und band Sträuße.
Nach dem Gottesdienst wurden die Sträuße gegen eine Spende abgegeben. Der Erlös kommt der Pfarrei zugute. Musikalisch begleiteten Bläser der Zeiler Stadtkapelle und der Heimatkapelle Ziegelanger sowie zahlreiche Jungmusiker den Gottesdienst.
Pfarrer Michael Erhart ging in seiner Predigt auf das eigenartige Bild aus der Offenbarung des Johannes in ejnem Bibeltext ein, den die Gläubigen alljährlich an diesem Feiertag hören.
Das Ungeheuer, ein Drache mit den sieben Köpfen und zehn Hörnern und sieben Diademen, das die Sterne vom Himmel fegt, interpretierte er als Satan, der die Menschen mit Gier, Geiz und Neid erfüllt. Ein Phänomen, das bis heute gilt: Man ist unzufrieden, wenn der Nachbar mehr zu haben scheint, und viele Familien verfeinden sich, weil es Streit um das Erbe gibt. Wer den Blick auf das wirklich Wichtige richtet, lautete die Botschaft, wird einsehen, dass Streit ums Geld nebensächlich wird.
Gott, so hieß es, schaut auf die Kleinen, auf die, die zufrieden sind mit ihrem Leben. Wer sich über andere erhebt und auf andere herabsieht, zu dem mag auf Dauer keiner aufsehen, der erregt kein Aufsehen mehr.
Die Heilkräuter, die gesegnet werden, sind auch so ein Geschenk Gottes. Sie stellen keine großen Ansprüche an den Boden oder an das Klima. Wenn die Menschen ebenfalls so zufrieden sein könnten mit dem, was ihnen begegnet, seien sie auf einem guten Weg, so der Seelsorger.
Am Nachmittag waren die Gläubigen zur Andacht eingeladen. Als Diakon Bernhard Trunk um 15 Uhr begann, war in der Wallfahrtskirche noch einmal "volles Haus".
An dem Tag dürften mehr als 1000 Gläubige auf den Kapellenberg gekommen sein, von denen sich viele beeindruckt zeigten von der Atmosphäre.