von unserer Mitarbeiterin 
Alexandra Kemnitzer

Grub am Forst — Das Warten hat sich gelohnt: Im August 2009 hatte die Feuerwehr Grub am Forst bei der Gemeinde die Beschaffung eines neuen Mehrzweckfahrzeuges (MZF) beantragt. Morgen, gut sechs Jahre später, wird das neue Auto am Gerätehaus offiziell seiner Bestimmung übergeben.
Bereits vor der eigentlichen Weihe kam des MZF "Florian Grub 11/1" schon mehrere Male zum Einsatz. Wie der Name verrät, kann das Fahrzeug für unterschiedliche Ernstfälle genutzt werden - "für die Einsatzleitung, die Führungsunterstützung oder für den Transport von Mannschaft oder Geräten", wie Vorsitzender Stefan Wunder aufzählt.


Vorgänger nicht verkehrssicher

Seit Oktober vergangenen Jahres musste die Wehr ohne Mehrzweckfahrzeug auskommen, weil das alte Auto nicht mehr verkehrssicher war und vorzeitig und ungeplant außer Dienst gestellt werden musste. Der alte Renault Traffic war vor über 20 Jahren als Gebrauchtfahrzeug angeschafft und durch Eigenleistung der Mitglieder um- und ausgebaut worden.
Aufgrund anderer wichtiger Investitionen in den Feuerschutz musste der schon für 2010 geplante Kauf verschoben werden. Um der Kommune für eine Ausschreibung Kosten zu sparen, übernahm Kommandant Dominik Alex die Planung und Ausschreibung. Am 17. November 2014 wurde ein Ford Transit bestellt. "Ein großer Vorteil dieses Fahrzeugs ist, dass es von jedem unserer 47 Aktiven, die einen Autoführerschein besitzen, gefahren werden kann", so der Kommandant, der dem Gemeinderat umfassende Informationen lieferte, die dem Gremium die Entscheidung erleichterten. Die Kosten belaufen sich auf knapp 67 400 Euro. Hinzu kommen 3500 Euro für den eingebauten Digitalfunk.


Einsätze immer komplexer

"Vom Feuerwehrverein haben wir mehr als 900 Euro für die Multimediatechnik erhalten. Außerdem bezuschusst die Regierung von Oberfranken die Anschaffung mit 13 000 Euro. Somit hat die Gemeinde fast 54 400 Euro investiert", erklärt Dominik Alex. Die moderne Ausstattung begründet der Kommandant mit den immer komplexer werdenden Einsätzen, die auch dokumentiert werden müssten: "Wir haben quasi ein mobiles Büro im Fahrzeug und können dort mit Handy und Laptop arbeiten. Das erleichtert uns die Arbeit, wenn Einsatzpläne erstellt oder Landkarten abgerufen werden müssen."
Auch bei größeren und längeren Brandeinsätzen erweist sich diese Ausstattung als äußerst hilfreich, wenn zum Beispiel der Atemschutz koordiniert werden muss. Darüber hinaus kann das MZF für die eigenständige Abarbeitung kleinerer technischer Hilfeleistungen bei Stürmen und Hochwasser oder auch zur Erkundung eingesetzt werden.
Das neue Fahrzueg besitzt eine Sondersignalanlage samt Heckwarneinrichtung und Umfeldbeleuchtung, alles komplett in neuester LED-Technik. Mit dem neuen MZF, einem Löschgruppenfahrzeug, dem Gerätewagen Licht sowie einem Pulverlöschanhänger ist der Fuhrpark der Feuerwehr Grub am Forst wieder komplett.
"Die Feuerwehr spielt im Sicherheitskonzept unserer Gemeinde eine zentrale Rolle, deshalb ist die Neuanschaffung wichtig", so Bürgermeister Jürgen Wittmann (GfG). Seiner Meinung nach hat sich im letzten Jahrzehnt das Anforderungsprofil der Wehren generell verändert. "Aus der Mannschaft, die einst nur Brände löschte, ist eine Universal-Einheit geworden, die fachkundig unterschiedliche Gefahrensituationen bewältigt und für schnelle Hilfe sorgt."
Um ihre Aufgaben schnell und effektiv erfüllen zu können, brauche die Wehr auch modernes technisches Equipment. "Das neue Fahrzeug kann den Dienstleistenden die Arbeit zwar nicht abnehmen, es wird ihnen aber Erleichterung verschaffen und ein Stück mehr Sicherheit bringen", ist der Bürgermeister überzeugt.