Zum 30. Jahrestag der Wiedervereinigung: Zu unser aller Wohl und Freude wuchs unsere Nation vor 30 Jahren wieder zusammen. Der anfänglichen Euphorie auf beiden Seiten wurden durch die daraus entstehenden Mammutaufgaben der Wiedervereinigung doch sehr schnell Grenzen gesetzt.

Viele der ehemaligen "Volksgenossen", bisher eingebettet im kargen, aber allumsorgenden "Arbeiter- und Bauernstaat", konfrontiert mit dem ökonomischen Niedergang im gesamten sozialistischen Lager, waren hauptsächlich fokussiert auf eine zukünftige, wohlstandmehrende konsumorientierte Lebensführung. Die wiedererlangte Freiheit spielte dabei nur eine Nebenrolle. Die gutgläubigen, an Einheitspreise gewohnten "Ostbürger" wurden, geben wir es zu, von manchen unserer Westbürger schlicht und einfach auf übelste Art und Weise über den Tisch gezogen und betrogen. Der Versuch der meisten Ostbürger, sich mit den ( manchmal auch brutalen) Regeln und Verführungen des Kapitalismus vertraut zu machen, endete leider für manche von ihnen im persönlichen Desaster. Sehr zu meinem persönlichen Bedauern. Doch, meine lieben Landsleute in West und Ost gleichermaßen, hört endlich auf, euer Schicksal zu beklagen! Statt Neid, Egoismus und Missgunst freut euch über euren Wohlstand, eine allumfassende soziale Absicherung und seid zufrieden. Denjenigen, die es nicht "geschafft" haben, empfehle ich, nicht immer nur nach dem Staat zu rufen, sondern ihr eigenes Leben eben auch selbstkritisch und eigenverantwortlich zu gestalten. Der Staat sollte dabei nur unterstützender Begleiter sein.

Diese unheilvolle Corona-Zeit sollte uns zum Nachdenken anregen, wieder mehr das Zwischenmenschliche, Anstand und Disziplin in den Vordergrund zu stellen, frei von den oben erwähnten Untugenden.

Letztendlich seid dankbar, auch mal öfters demütig und freut euch, zu den privilegierten Menschen zu gehören, die in unserem schönen Deutschland in Frieden und Freiheit leben dürfen ...

Das ist es, was ich euch zu unserem Nationalfeiertag sagen wollte.

Gerhard Ochs

Rödental