Das Colloquium Historicum Wirsbergense (CHW) lädt am Donnerstag, 25. Oktober, um 19.30 Uhr zu einem Vortrag in die Aula des Kulmbacher Markgraf-Georg-Friedrich-Gymnasiums, Am Schießgraben 1, ein.

Der Historiker Hubert Kolling aus Unterzettlitz bei Bad Staffelstein wird unter dem Titel "Ein Behälter des Elends" über die Plassenburg als Strafanstalt berichten. Die Überschrift ist ein Zitat aus Jakob Wassermanns Novelle "Die Gefangenen auf der Plassenburg".

Die einstige Fürstenburg ob Kulmbach diente von 1817 an als Strafarbeitshaus, das für Haftstrafen zwischen einem und acht Jahren bestimmt war und in dem "der Züchtling zu Arbeit und Ordnung" erzogen werden sollte. Ab 1862 saßen im Zuchthaus Plassenburg rund 650 Häftlinge aus ganz Bayern ein.

1909 wurde die Strafanstalt geschlossen, was für Kulmbach einen harten Schlag bedeutete. Nachdem die Plassenburg im Spätsommer 1914 einige Wochen lang als Internierungslager für "feindliche Ausländer" gedient hatte, wurde sie von 1919 bis 1928 nochmals als Zuchthaus genutzt. Über die Geschichte der Gebäude, vor allem aber der Insassen und des Personals und vom Alltag hinter Gittern wird Hubert Kolling in seinem Vortrag berichten. Der Eintritt ist frei. Alle Interessenten sind herzlich willkommen. red