Bernhard Panzer

Die Bürger des kleinen Herzogenauracher Ortsteils sind schon ein wenig neugierig, was denn da drunten am einstigen Löschteich gerade passiert. Deshalb kamen auch ein paar zum Ortstermin am Donnerstagvormittag. Und trafen dort auf Bürgermeister German Hacker (SPD) und die städtische Umweltbeauftragte Monika Preinl. Die beiden informierten sich über den Baufortschritt. Denn der frühere Löschteich, der ursprünglich als Schwimmbecken für die Bürger aus Zweifelsheim und Höfen gebaut worden war, wird seit zwei Jahren naturnah umgestaltet.
Natürlich erinnern sich noch viele an das ehemalige Schwimmbad. 1964 sei es errichtet worden, sagt Ortssprecher Günter Popp. Das kleine Naturbad, das mit Wasser aus dem Krebsbach gespeist wurde, der da hindurch fließt, diente auch für den Sportunterricht der Höfener Schule. Die Erinnerung ist frisch: "Da haben wir das Schwimmen gelernt", berichtet ein Anwohner. Begleitet wurden die Schüler vom damaligen Rektor Richard Tille, der sich später als Kreisheimatpfleger und Archivar einen Namen machte. Und sogar ein Bademeister sei ab und an im Einsatz gewesen.


800 Quadratmeter groß

Ein Schwimmbad, so stellte Stefanie Haacke vom Landschaftspflegeverband Mittelfranken fest, soll es ja irgendwie auch künftig sein. Wenn auch anders, für Enten und Frösche nämlich. Nicht aber für Fische, denn geangelt werden soll dort nicht, ergänzte Preinl.
Denn das 800 Quadratmeter große ehemalige Löschbecken am südlichen Dorfrand von Zweifelsheim wird zurückgebaut und in einen naturnahen Landschaftsteich umgestaltet. Das Betonbecken ist, wie Preinl in einer Pressemitteilung schreibt, seit etlichen Jahren in einem maroden Zustand, weshalb eine Sanierung nicht mehr sinnvoll wäre. Zudem werde ein Löschteich in Zweifelsheim nicht mehr benötigt.


Der Beton muss raus

Entgegen erster Pläne aus dem Jahr 2015 muss nun auch die 15 Zentimeter starke Betondecke am Beckenboden als auch an den Wänden entfernt und fachgerecht entsorgt werden, berichtet Preinl. Das fordere die Wasserbehörde am Landratsamt so, erklärt Haacke. Der Beton galt als unzulässige Versiegeleung und muss komplett raus. Jetzt müssen noch die schrägen Wände "beprobt" werden, wie die Untersuchung auf Schadstoffe bezeichnet wird. Dann erst kann der Beton entsorgt werden. Der Transport sei eine "gewisse Herausforderung für die beauftragte Firma, da die Zufahrt steil und für Lastwagen schmal ist.
Das Ufer wird abgeflacht. Im westlichen Teil des neuen Teiches - im ehemaligen Nichtschwimmerbereich - soll eine Flachwasser- respektive Verlandungszone angelegt werden, in der sich Uferröhricht entwickeln kann. Insgesamt soll mit den umfangreichen Gestaltungsmaßnahmen ein strukturreicher Lebensraum für Amphibien, Libellen und Wasservögel geschaffen werden.
Sowohl für die Umgestaltung des Löschbeckens in einen naturnahen Teich als auch für die Aus- und Einleitung von Wasser aus dem Krebsbach war ein wasserrechtliches Genehmigungsverfahren notwendig Und das habe sich zwei Jahre hingezogen, wird berichtet.
Mit der Planung und Bauleitung wurde der Landschaftspflegeverband Mittelfranken beauftragt. Ausführende Firma ist der Tiefbau- und Fuhrbetrieb Schickert GmbH aus Dechsendorf.