Obwohl durch Corona alles anders war, mussten so wenige Schüler wie lange nicht mehr zur Notenverbesserung in die mündlichen Prüfungen; 20 Schüler konnten sich außerdem über "die Eins vor dem Komma" freuen. Christian Schmitt (RSK) schickte die insgesamt 120 Absolventen stolz in ihren nun beginnenden neuen Lebensabschnitt.

Würdiger Rahmen

Die diesjährige Abschlussfeier war für alle eine besondere, denn die Voraussetzungen hierfür waren in diesem Jahr aufgrund der Covid-19-Pandemie ungewöhnlich. Jeder der Absolventen durfte im Klassenverband die Früchte seiner Arbeit ernten und das Zeugnis in Empfang nehmen. Unter Beachtung aller Hygieneauflagen war es möglich, die Verabschiedung auf diese Weise stattfinden zu lassen. Jedem der Jugendlichen stand es offen, zwei Begleitpersonen für "seinen" Tag mitzubringen.

Freuen konnte sich die gesamte Schulfamilie über gute Ergebnisse der Abschlussprüfungen 2020. 20 Schüler nahmen stolz ihr Zeugnis mit einer Eins vor dem Komma entgegen. Kristina Kiesel (1,09), Marie Morber (1,25) und Aurelia Keller (1,27) wurden sowohl als Klassen- als auch als Jahrgangsbeste ausgezeichnet.

Selbstdisziplin gefragt

Die Vorbereitung auf diesen besonderen Abschluss war überraschenderweise anders. In keinem Jahr zuvor wurden so viel Selbstdisziplin, Selbsttätigkeit und Selbstverantwortung von den Absolventen gefordert. Alle Klassenleiter waren sich in ihren Grußworten an die Schüler darin einig, dass dies bei vielen hervorragend funktionierte, was damit der Bezeichnung der mittleren "Reife" eine ganz besondere und eigene Nuance verlieh. Gegebenheiten wie in diesem Jahr haben die Schüler der zehnten Jahrgangsstufe optimal auf eigenverantwortliches Arbeiten in ihrer zukünftigen beruflichen Tätigkeit vorbereitet, hieß es weiter. "Trotz aller Verschiebungsszenarien und veränderter Bedingungen hat die gesamte Schulfamilie mit vereinten Kräften an einem Strang gezogen und das Beste aus der Situation herausgeholt", so Konrektor Schmitt.

"Seit der fünften Klasse arbeite ich eigentlich nur auf diesen Tag hin - besonders auch auf die Feier im Regentenbau", so formulierte Joanna Hermann, eine Schülerin der Klasse 10c ihre Enttäuschung über den entfallenen Abschlussball. Trotzdem zeigten sich die Schüler überaus verständnisvoll. Mit vereinten Kräften sollte den Schülern ein würdiger Rahmen geboten werden, den sie nach eigenen Aussagen auch definitiv erhielten. "Es ist absolut nicht selbstverständlich, eine solche Verabschiedung zu organisieren", erwähnte die Mutter einer Schülerin. Manche fanden es sogar etwas familiärer und gemütlicher als im pompösen Regentenbau.

Besonders hervorgehoben sei hier das organisatorische Engagement der beiden Hausmeister sowie der beiden Lehrkräfte Sebastian Schulte und Marcel Tuchenhagen. Schüler und Klassenleiter aller zehnten Klassen bedankten und verabschiedeten sich mit teils philosophischen, emotionalen oder witzig charmanten Reden voneinander, und auch die Vorsitzende des Elternbeirates, Ulrike Kiesel, richtete verabschiedende Worte an die Schüler.

Der stellvertretende Schulleiter Christian Schmitt entließ die Schüler mit einer rückblickenden Rede und erinnerte an schöne Momente während ihrer Schullaufbahn - passend zum Jugendspruch im Jahr 2014 ("Läuft bei dir"), dem Jahr, in dem die Schüler an die Realschule Bad Kissingen kamen. Er verlieh seiner Freude für die Jugendlichen Ausdruck, den Weg trotz aller Widrigkeiten erfolgreich bestritten zu haben.

Für eine feierliche Umrahmung der Verabschiedung sorgten die beiden Musiklehrer Stefan Ammersbach sowie Matthias Uebel, und die Fachschaft Religion entließ die Absolventen schließlich mit zukunftsweisenden Wünschen und einem Segen.

Ganz besonders hervorgehoben wurde auch der soziale Aspekt an der Staatlichen Realschule Bad Kissingen. Denn es ist sehr zentral, dass die Schüler auch solche Kompetenzen erwerben. "Es sind nicht immer nur die Noten, die zählen. Uns ist es äußerst wichtig, dass wir unsere Schüler mit sozialen und kollegialen Werten wappnen und in die Zukunft entlassen", erklärt die zweite stellvertretende Schulleiterin Julia Waldner. Erfreulicherweise konnten zahlreiche Schüler für ihr soziales Engagement geehrt werden. red