theresa schiffl Was lange währt, wird endlich gut. Dieses Zitat passt auch zum Aufhängen der neuen Glocken in Vierzehnheiligen. Nachdem sie bereits am 9. Oktober von Erzbischof Ludwig Schick beim Kirchweihfest der Basilika geweiht wurden, konnten sie dort nun endlich ihren Platz in den Türmen einnehmen, in denen aktuell Balkenrost, Glockenstuhl und Glockenjoch erneuert werden.

Kleinere Herausforderungen

Aber aller Anfang ist schwer. Gegen 12.15 Uhr wurden die sechs Glocken, die das Geläut des Gotteshauses vervollständigen und verschönern sollen, aus der Basilika gebracht und warteten nun auf ihren Aufstieg zum Turm hinauf. Dort sind bereits fünf Exemplare, von denen die älteste aus dem Jahr 1869 stammt. Zwei weitere sind aus dem Jahr 1921 und die jüngste aus dem Jahr 1950.

Ein Lkw brachte die letzten Materialien und nun warteten viele interessierte Leute mit den Verantwortlichen gespannt auf den gegen 12.30 Uhr erwarteten Kran.

"Mama, wann kommt den endlich der Kran?", fragte ein kleiner Junge schon etwas ungeduldig. Lange musste er jedoch nicht mehr warten: Mit der Sonne, die für etwas Wärme sorgte, kam schließlich mit ungefähr 15 Minuten Verspätung der Kran. Dieser sollte die zusammen über 2 Tonnen schweren Glocken der Glockengießerei Bachert hoch hinauf heben. Mit einem Staplerfahrer wurden die letzten benötigten Bauteile aus dem Lkw ausgeladen und der Kran konnte aufgebaut werden.

Ein besonderer Moment

Bis es soweit war, dauerte es jedoch weitere zwei Stunden. Einige der Zuschauer wunderten sich deshalb schon. Da wurde in der Wartezeit darüber gesprochen wie Glocken früher, als es noch keine Maschinen wie Krane gab, in die Türme gebracht wurden.

Wie sich herausstellte, kam ein zu kleiner Kran. Es musste improvisiert werden und nach zwei Stunden war dieses Problem gelöst und es konnte losgehen. Gegen 15.15 Uhr schwebte die erste Glocke neben der Basilika an ihren neuen Platz zum Kirchturm.

Pater Heribert Arens, der Rektor der Basilika und Guardian des Klosters, sagt: "So etwas erlebt man nicht aller Tage." Das Aufhängen der großen Glocke, die gegen 15.45 Uhr gen Himmel schwebte, habe er noch einmal ganz genau beobachtet. "Nach anfänglichen Problemen hat alles sehr gut geklappt und wir sind zufrieden."

Neben einer größeren Klangvielfalt solle diese Erweiterung und der Umbau schonender für die Glockentürme und die Glocken sein. Sie werden das erste Mal bei der Glockenvesper zu hören sein, sagt Pater Heribert.