Im Laufe des Lebens verändert sich der Körper - auch wenn man selbst das nicht wahrhaben mag. Das hat Auswirkungen auf den gesamten Organismus, und auch das körperliche Leistungsvermögen lässt nach. Im Alter steigt beispielsweise der Anteil an Körperfett, während der Anteil an Körperwasser sinkt.
Das bedeutet für die Medikamenteneinnahme, dass die Konzentration eines Wirkstoffes im Blut kurz nach der Einnahme höher ist als bei jungen Menschen. Zudem werden Medikamente langsamer abgebaut, denn auch der Stoffwechsel ist im Alter nicht mehr so schnell.


Einfluss auf die Wirkung

"Je mehr Substanzen eingenommen werden, desto wahrscheinlicher ist es, dass Wechselwirkungen zwischen diesen auftreten", erklärt Apotheker Christian Redmann. Er ist Inhaber der Stadt-Apotheke Ebermannstadt.
Die Medikamente können sich in ihrer Wirkung aufheben oder verstärken. "Da wir bei älteren Menschen mit eingeschränkten Organfunktionen rechnen müssen, kann das eventuell kritisch werden, weshalb man unter Umständen bei einer insuffizient arbeitenden Niere oder Leber über andere Wirkstoffe oder die Anpassung der Dosierungen nachdenken sollte", so der Apotheker.
Er weist darauf hin, dass ein anderer Punkt die Nebenwirkungen seien, da der Stoffwechsel im Alter ein anderer ist. "Dies schlägt sich ebenfalls in der Arzneimittelwirkung nieder beziehungsweise lässt sogenannte Nebenwirkungen massiver in Erscheinung treten", erklärt Redmann.
Hier kennt der Apotheker Heimpatienten, die aufgrund einer altersbedingten Erkrankung einen Wirkstoff verordnet bekamen, der als Nebenwirkung Mundtrockenheit verursachte - quälend und belastend. "Oder wenn aufgrund der Medikation andere, neue Symptome auftreten, die wiederum mit neuen Medikamenten therapiert werden. Das nennt man Verordnungskaskaden", erläutert Christian Redmann.
Er empfiehlt, sich in Apotheken, die sich auf Medikationsmanagement spezialisiert haben, oder vom Hausarzt beraten zu lassen, um unnötige Therapien zu vermeiden oder bestehende zu optimieren.