Nach Deutschland kommen Hilfesuchende aus Krisenregionen dieser Erde. Doch: Was veranlasst Menschen, was veranlasst Afghanen, ihre Heimat zu verlassen? Wie können Fluchtursachen bekämpft werden? Dr. Reinhard Erös bietet Hintergrundinformationen über die Fluchtwelle vom Hindukusch und wird Möglichkeiten zur Bekämpfung der Fluchtursachen aufzeigen.
In seine Ausführungen fließen Erfahrungen aus der "Kinderhilfe Afghanistan" ein. Gegründet wurde die Kinderhilfe 1989 auf Initiative von ihm und seiner Ehefrau Annette Erös. Die Kinderhilfe unterstützt vor allem Kinder, aber auch Frauen.
Der Oberstarzt der Bundeswehr a. D. kennt das Land am Hindukusch seit über 30 Jahren. In den 80er Jahren, während der sowjetischen Besatzung des Landes, hat er über fünf Jahre unter Kriegsbedingungen die Bevölkerung in den Bergdörfern ärztlich versorgt.
1998, noch zu Zeiten des Taliban-Regimes, gründete er die erste Mädchenschule. Nach dem Sturz der Taliban startete er Projekte in den besonders gefährdeten Provinzen Nangahar, Kunar, Laghman, Khost, Paktia und Paghman. Seither wurden in ehemaligen Taliban-Hochburgen im Osten des Landes ausschließlich mit privaten Spenden mehrere Dutzend Schulen, Waisenhäuser, Berufsschulen, eine Universität und eine Krankenstation gebaut und ausgestattet.


Zahlreiche Auszeichnungen

In den Projekten seien mehr als 2000 Afghanen in Arbeit und Lohn. Alle Projekte werden ohne "Ausländer", sondern ausschließlich von Afghanen betrieben - unter dem Motto "Hilfe zur Selbsthilfe".
Erös lebt und arbeitet die Hälfte des Jahres vor Ort. Er spricht die Sprache der Menschen und begegnet ihnen mit Respekt und auf Augenhöhe. Seit seiner vorzeitigen Pensionierung 2002 hat er über zehn Jahre Polizeibeamte, Mitarbeiter von Hilfsorganisationen und Journalisten für ihren Einsatz in Afghanistan ausgebildet.
Er hat das Auswärtige Amt und den Bundestagsausschuss "Entwicklungshilfe" beraten und über 3000 Veranstaltungen mit seinem Wissen über Afghanistan bereichert. Für seine Arbeit der Völkerverständigung wurde Erös unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz Erster Klasse, dem Theodor-Heuss-, dem Marion-Dönhoff- und dem Europäischen Sozialpreis sowie dem Bayerischen Verdienstorden ausgezeichnet. In seinen Bestsellern "Tee mit dem Teufel - als Arzt in Afghanistan" und "Unter Taliban, Warlords und Drogenbaronen" erklärt er Kultur, die jüngste Geschichte und schildert seine Erfahrungen aus einem noch immer archaisch geprägten Land.
Besucher erwartet ein Mittwochabend mit Bildern und Berichten über das Leben und Leiden in Afghanistan, wie wir es weder von den Medien noch von der Politik kennen.