Elf Interpreten - sechs Frauen und fünf Männer - woben im unvergleichlichen Ambiente des Blauen Hauses ein subtiles Bild voller artikulierter Power, feinem Gespür für Melancholie und ebenso erfrischendem Esprit.
Die A-cappella-Formation Stimmband, alles echte Franken aus der Umgebung und mittlerweile weit verstreut, machte den Abend zu einem besonderen Hörerlebnis.


Wie mit dem Lineal gezogen

Die Einsätze gestochen scharf wie mit dem Lineal gezogen, die Lautmalerei vierstimmig, die Tonlagen von Alt und Sopran bis zu Tenor und Bass, es hatte zeitweise Konzertreife - und ein anspruchsvolles Niveau.
Rock und Pop a cappella üben einen außerordentlichen Reiz aus, und den brachte der Chor exquisit ins Publikum. Mit exaltierten Zwischenpassagen und ausgereiften Schlussakkorden, die im Aufschrei endeten.
Medleys fügten sich nahtlos ein, Gospel gleich in ziselierter Graviatur. Danach setzte sich Volker, musikalische Leiter und Arrangeur, ans Klavier, hämmerte präzise und ließ es lyrisch ausklingen.
Der Nachfolger von Horst Degelmann, der vor Jahren die Stimmband ins Leben gerufen hatte, bestach durch homogene Kontinuität, Aufleuchten und Abebben in gleichermaßen Qualität. Mit "Can't fall in Love" füllte leise Melancholie den Saal, Feuerzeuge blitzten später auf. "Rock Star" rüttelte an der Seele, das Lied einer norwegischen Band weckte Emotionen. Als dann noch "I will try to fix you" intoniert wurde, in flehentlichem Verlangen nach Trost wegen des Todes eines nahen Angehörigen, senkte sich spürbare Stille in den Raum. So zart, mit solcher Hingabe wurde das gesungen, hingehaucht und fein gezeichnet wie mit einer Tuschefeder. Es folgten Sekunden der Rückkehr in die Wirklichkeit und prasselnder Beifall.


Wiedersehen im Frühhjahr

Dann rief das "Mondlied" zum einfühlsamen Finish und zum Abschiednehmen. Was ein bisschen schmerzte, denn man hätte noch länger zuhören wollen. Locker moderierte Thomas Zapf durch den Abend.
Übrigens: Im Frühjahr gastiert sie Stimmband wieder in der Kulmbacher Kommunbräu.