Ganz im Zeichen des Abschieds und der Dankbarkeit stand die digital abgehaltene Vollversammlung des Kreisjugendrings (KJR) Haßberge. Landtagsabgeordneter Steffen Vogel und Jugendamtsleiter Christoph Schramm lobten die Arbeit sowie die Fülle von Aktivitäten des KJR und betonten die Wichtigkeit des Jugendrings für die Kinder und Jugendlichen im Landkreis Haßberge.

Kupfer-Mauder verabschiedet

Nach der Vorstellung der neuen Geschäftsführerin und Kreisjugendpflegerin Eva Pfeil verabschiedete Daniel Fischer den ehemaligen Geschäftsführer Frank Kupfer-Mauder, der im September nach fast 18 Jahren die Stelle gewechselt hatte. Fischer äußerte große Dankbarkeit für dessen geleistete Arbeit. Dabei kam er auch auf nicht selbstverständliche Leistungen, zusätzliche ehrenamtliche Stunden und schwierige Aufgaben zu sprechen. Als Abschiedsgeschenk erhielt Frank Kupfer-Mauder ein Buch, in das sich viele Weggefährten der vergangenen 18 Jahre eingetragen haben.

Zustimmung von den 34 Delegierten erhielt der Vorstand für den Arbeitsbericht 2019 und die Jahresrechnung 2019.

Aufgrund des coronabedingten Ausfalls der Frühjahrsvollversammlung hatte die Neuwahl auf den Herbst 2020 verschoben werden müssen. Vorstandsmitglied Lisa Erlenwein stellte sich aufgrund privater Veränderungen nicht mehr zur Wahl. Daniel Fischer bedankte sich für ihr Engagement und wünschte ihr für die Zukunft alles Gute.

Anschließend verabschiedete sich Daniel Fischer selbst schweren Herzens von den Anwesenden. Grund für seinen Abschied ist die Satzung des BJR: Sie sieht vor, dass Vorstandsvorsitzende maximal zwölf Jahre ihr Amt begleiten dürfen.

Daniel Fischer beschrieb in Auszügen, was im Laufe seiner sechs Amtsperioden angestoßen und umgesetzt wurde - von der Einteilung der Vorstandsmitglieder in Ressortverantwortliche über ein neues Leitbild und einen neuen Grundlagenvertrag mit dem Landkreis bis hin zum Corporate Design. Mit 19 Vorstandsmitgliedern hatte er in seiner Amtszeit die Geschicke des KJR geleitet.

Fischer: "Mir hat die Tätigkeit immer sehr viel Spaß gemacht, und ich verspreche natürlich, dass ich dem Jugendring immer verbunden bleiben werde - wenn ihr mich braucht, wisst ihr, wo ihr mich findet!"

Die längste Amtszeit

Thomas Wagenhäuser, stellvertretender Vorsitzender, verabschiedete sich im Namen des Vorstandes und der Geschäftsstelle bei Daniel Fischer. "Aufgrund von ,Coronas Gnaden‘, wie du es selbst bezeichnet hast, wirst du vermutlich als der Vorsitzende in die Geschichte eingehen, der am längsten die Geschicke des Kreisjugendrings lenken durfte - ein halbes Jahr länger als geplant und zugelassen. Wir sind aber nicht böse darum." Er schilderte Anekdoten und besondere Erlebnisse und kam dabei sowohl auf Daniel Fischers berühmt-berüchtigte Sitzungen und Vollversammlungen in Rekordgeschwindigkeit als auch auf seine häufigen berufsbedingten Auslandsaufenthalte zu sprechen: "Oft wusste die Geschäftsstelle gar nicht, wo genau du dich gerade aufhältst und in welcher Zeitzone: Shanghai, Mexiko, USA, Tschechien, Rumänien, Marokko ... Eigentlich warst du nie da, aber trotzdem immer per Telefon und E-Mail für uns erreichbar."

Neben verschiedenen Geschenken überreichte Thomas Wagenhäuser im Namen des BJR-Präsidenten Matthias Fack eine Auszeichnung für Daniel Fischers hervorragende Verdienste um die Jugendarbeit. "Wir sind froh, dass wir dich die letzten 12,5 Jahre als Vorsitzenden in der Familie des Kreisjugendrings Haßberge hatten. Es hat sehr viel Spaß mit dir gemacht. Vielen herzlichen Dank für deine Arbeit und Zeit, die du für uns und den Landkreis Haßberge investiert hast!", sagte Wagenhäuser.

Wagenhäuser neuer Vorsitzender

Bei der Neuwahl wurde mit großer Mehrheit der Stimmen der bisherige stellvertretende Vorsitzende Thomas Wagenhäuser zum Nachfolger von Daniel Fischer gewählt. Wagenhäuser ist bereits seit 2014 im KJR-Vorstand, als Geschäftsführer der Gemeinde Sennfeld tätig, wohnt in Aidhausen und ist verbandlich in der BSJ angesiedelt.

Ebenfalls mit großer Mehrheit wurde Susanne Makowski aus Ebelsbach zu seiner Stellvertreterin gewählt. Sie ist bereits seit 2009 im KJR-Vorstand und ebenfalls Delegierte der BSJ. Bei der Wahl der Beisitzer wurden die bisherigen Mitglieder Petra Erickson (Feuerwehrjugend), Benjamin Gerschütz (BDKJ), Jürgen Krell (CVJM, EJ), Carsten Stark (Feuerwehrjugend) und Wolfgang Winter (RdP) in ihrem Amt bestätigt. Neu dazu kamen Annette Breunig aus Oberhaid und Caroline Petersen aus Haßfurt. Beide sind verbandslos und zeigten sich voller Vorfreude auf ihre künftige Tätigkeit.

Thomas Wagenhäuser stellte dann die Arbeitsplanung 2021 vor. Für die "Befristete Änderung der Förderrichtlinien" und die Haushaltsplanung 2021 übergab er das Wort an Eva Pfeil. Sie erklärte den Vorschlag des Vorstandes, verschiedene Punkte der Förderrichtlinien aufgrund coronabedingt übrig gebliebener Zuschussmittel befristet abzuändern. Die Delegierten stimmten den Änderungen zu, so dass nun zum Beispiel 2021 die Durchführung von Freizeiten oder Tagesmaßnahmen sowie die Anschaffung von Arbeitsmitteln stärker bezuschusst werden können. Das Haushaltsvolumen 2021 liegt bei insgesamt 164 000 Euro.

Am Ende der Vollversammlung verwies Thomas Wagenhäuser noch auf den Cocktailwettbewerb der Kommunalen Jugendarbeit "Sei dabei. Alkoholfrei!", den für den 4. Februar 2021 geplanten Infoabend "Zuschusswesen" sowie die Ausschreibung des "Inklusiven Zeltlagers 2021", das in Kooperation mit der Lebenshilfe abgehalten wird. Ab 2021 gibt es im Verleih erstmals zwei Faltpavillons.

Zuschuss zu Stornokosten

Zudem können 2020 coronabedingt angefallene Stornokosten bezuschusst werden. Zuschussanträge, die bis zum 15. Dezember an den KJR gestellt werden, werden heuer noch bearbeitet und die Mittel ausgezahlt. red