von unserem Mitarbeiter  Ralf Naumann

Sand — "Ich weiß, was hier möglich ist", nennt Bernd Eigner einen der Hauptgründe, warum er beim FC Sand angeheuert hat. "Es wird einfach viel gemacht für die Mannschaft und sehr viel arrangiert. Da lässt es sich hervorragend arbeiten", sagt der neue Trainer des Fußball-Landesligisten. Und ganz wichtig: "In den vergangenen Jahren waren nur wenige Trainer beim FC Sand, alle über einen langen Zeitraum. Ich habe also die Möglichkeit, etwas aufzubauen, und das ist natürlich in meinem Interesse", betont der 42-Jährige.
Für den langjährigen Innenverteidiger, der über seinen Heimatverein SC Stettfeld und den 1. FC Bamberg (kompletter Nachwuchsbereich) zum SC 08 Bamberg wechselte sowie später beim FC Schweinfurt 05, TSV Vestenbergsgreuth, VfL Frohnlach, FC St. Pauli, Arminia Bielefeld, Hannover 96, Eintracht Braunschweig, SC Paderborn 07, Bonner SC, Waldhof Mannheim und zum Schluss beim FSV Erlangen-Bruck unter Vertrag stand, soll der FC Sand demnach keine Durchgangsstation auf dem Weg zu einer großen Trainerkarriere sein. Da Eigner in der Abteilung Betriebssport bei einer großen Firma in Erlangen arbeitet, wäre für ihn die Bayernliga, in der er beim SV Memmelsdorf bereits tätig war, wohl die persönliche Endstation. "Sonst könnte ich das mit meinem Job nicht mehr vereinbaren", sagt er. Er sei vielmehr zum FC Sand gewechselt, um dort wie Erwin Albert oder Norbert Hofmann möglichst lange seine Spieler- und Trainererfahrungen einbringen zu können. "Ich plane nicht nur für ein Jahr. Von meiner Seite aus möchte ich an meine Vorgänger anknüpfen. Mittelfristig sei die Bayernliga auch das Ziel, um dort wieder "mitzumischen".
Um diese Vorhaben in die Tat umzusetzen, werde er viel investieren. "Wir wollen und werden natürlich Fußball spielen", betont Bernd Eigner, der laut eigener Aussage "ganz viel Wert" darauf legt, "dass die Jungs auch viel Spaß haben am Fußballspielen. Nur dann", zeigt er sich überzeugt, "kann man auch Leistung bringen." Ganz wichtig sei zudem eine "gewisse Grundordnung - vor allem in der Defensive." Es gelte, "so wenig Gegentreffer wie möglich" zu kassieren. "Wir müssen hinten einfach stabil stehen. Im Offensivbereich haben wir allemal die Klasse, um erfolgreich zu sein", zeigt sich der Ebelsbacher, der nun in Bamberg wohnt, optimistisch bezüglich eines guten Abschneidens in der Landesliga Nordwest.
Einerseits freut sich Bernd Eigner auf gute Begegnungen mit einer guten Unterstützung. Auf der anderen Seite weiß er natürlich, dass die Zuschauer im Seestadion auch schnell ihre kritische Seite hörbar an den Tag legen. "Wir sind in der Bringschuld, ganz klar", sagt er, er könne mit anfänglicher Kritik leben. Er hofft aber, etwaigen Unmut im Keim zu ersticken. "Wir wollen attraktiven und vor allem erfolgreichen Fußball bieten. Ich bin sicher", glaubt er fest an die Mannschaft, "dass sie auch schönen Fußball bietet und gewillt ist, sich den Allerwertesten aufzureißen und auf gut deutsch zu malochen. Ich hoffe natürlich, dass wir damit das Sander Publikum auf unsere Seite ziehen können." In erster Linie gelte es aber, "dass wir Punkte einfahren."
Rückblickend auf seine eigene Karriere ist Bernd Eigner geteilter Meinung. "Hinterher ist man immer schlauer", spricht er, ohne auf Details eingehen zu wollen, von "Höhen und Tiefen. Ich habe das Fußballgeschäft von seiner guten, aber auch schlechten Seite kennen gelernt." Er habe es sich "abgewöhnt zu sagen, hätte ich es vielleicht lieber so oder lieber doch anders gemacht. Du entscheidest immer zu dem Zeitpunkt, wo du deine Möglichkeiten hast."
Im "Großen und Ganzen" waren seine Überlegungen in Ordnung. "Ich würde das meiste wieder so machen", blickt der neue Sander Coach auf viele spannende und interessante Jahre mit einigen Schönheitsfehlern zurück. "Ich habe viele Leute kennen gelernt, viele positive und negative Erfahrungen gemacht." Beim FC Sand sollen nun neue Erfahrungen hinzukommen. "Natürlich nur Gute", lacht Eigner.