Zum Artikel "Grüne sorgen sich um das Wasser" vom 20. Oktober erreichte die Redaktion folgende Lesermeinung: "Wer heute seine Augen zum Sehen nicht gebraucht, der wird sie morgen brauchen, um zu weinen!" (Jean Paul) Es ist begrüßenswert, dass sich endlich einmal eine politische Partei um die Versorgungssicherheit unseres wichtigsten Lebensmittels Gedanken macht. Durch die zunehmenden Trockenperioden, Verdunstung und Entnahmedruck könnte die Kapazität der Ködeltalsperre, die in Oberfranken 400 000 Menschen mit Trinkwasser versorgt, in naher Zukunft an ihre Grenzen stoßen. Deshalb sollten aus Redundanzgründen auch eigene Quellen genutzt und wieder in Betrieb genommen werden. Zusätzliche dezentrale Versorgungen würden den Stausee entlasten. Diese Maßnahmen der Gemeinden gehören deshalb gefördert.

Leider ist dies nicht immer der Fall. Ganz im Gegenteil, sie werden, wie nachfolgend aufgeführt, blockiert: In der Gemeinde Nordhalben wurde schon vor Jahren beschlossen, die gemeindeeigenen Quellen mit guter Wasserqualität, die vor und auch noch lange nach dem Bau der Ködeltalsperre 3000 Menschen versorgten, als Präventivmaßnahme zu aktivieren. Durch die Aberkennung des Wasserrechts, nur weil zwischenzeitlich keine Entnahme aus den eigenen Quellen erfolgte, wurde diese Planung durchkreuzt. Ein neues, mit hohen Auflagen versehenes Wasserrecht ist aus Kostengründen von der Gemeinde nicht zu schultern. Da nun ein langjähriger Rechtsstreit zu erwarten ist, läuft jetzt viel gutes Trinkwasser sozusagen ungenutzt den Bach hinunter. Hans Scherbel

Nordhalben