von unserem Mitarbeiter Bernd Kleinert

Altenkunstadt — Während Tobias einen Luftballon aufbläst, zündet Michael eine Kerze an. Sie halten den Flugkörper über die Flamme. Nichts passiert. Auch dann nicht, als sie mit ihm die Flamme ausdrücken. "Der müsste doch eigentlich platzen", wundern sich die Zuschauer, die ebenso interessiert wie fasziniert das Geschehen verfolgen. "Muss er nicht. Ein bisschen Wasser in die Hülle und er bleibt ganz", schmunzeln die cleveren Jungs. Der "feuerfeste Luftballon" war eine Attraktion beim großen Schulfest, zu dem die Grundschule eingeladen hatte.
Unter dem Motto "Altenkunstadt forscht" hatten Kinder, Lehrer und Elternbeirat ein tolles Programm auf die Beine gestellt, bei dem neben naturwissenschaftlichen Experimenten auch Geselligkeit und Unterhaltung nicht zu kurz kamen. Eröffnet wurde die sehr gut besuchte Veranstaltung mit einer zweifachen Premiere. Als musikalische Einstimmung präsentierten die Kinder erstmals ihre neue Schulhymne "Altenkunstadt, unsere Schule ist wunderschön". Gesungen wird das flotte Lied nach der Melodie der Volksweise "Tiritomba"; den Text dazu schrieb Lehrerin Heike Bezold.
Der große Chor glich bunten Farbtupfern, denn Schüler und Lehrer stellten dabei ihre neuen Schul-T-Shirts vor. Das von Lehrerkollegium und Eltern-beirat entworfene Logo zeigt vier Hände als Symbol für die vier Jahrgangsstufen. Die Farbe durften die Schüler aussuchen. "Die Finger, die sich auf dem Bild berühren, sind ein Sinnbild für die Gemeinschaft und das Miteinander an unserer Schule", erklärte Rektorin Margarete Greich-Hewera. Mit einem T-Shirt ausstaffiert wurde auch Greich-Heweras Vorgängerin, Christa Stössel. "39 Jahre lang war ich an der Altenkunstadter Grundschule tätig. Das ist ein halbes Leben. Eine schöne Zeit, an die ich sehr gerne zurückdenke", erinnert sich die frühere Schulleiterin. Doch schon bald wird Stössel sich wieder regelmäßig auf den Weg zu ihrer vertrauten Wirkungsstätte ma-chen: "Dann aber nicht als Lehrerin, sondern als Lesepatin."
"Ihr habt eine Hymne und eigene Shirts. Ihr seid also jetzt quasi die Nationalspieler von Altenkunstadt", wandte sich Bürgermeister Robert Hümmer an die Grundschüler. Mit dem fröhlichen Lied "Wer, Wie, Was", für das Lehrerin Yvonne Kern einen schulbezogenen Text schrieb, leitete der "Chor der kleinen Forscher" zum wissenschaftlichen Teil über. "Die Idee, unser Schulfest unter das Motto ,Altenkunstadt forscht' zu stellen, kam uns bei der ersten Lehrerkonferenz im September", erzählt Rektorin Margarete Greich-Hewera.
Im Pausenhof und in Klassenzimmern hatten Schüler und Lehrer Forschungsstationen errichtet. Groß und Klein machten hier Experimente mit Seifenblasen, Luftballons und Farben, schauten durchs Mikroskop und erfuhren, was optische Täuschungen sind. Versuche rund um den elektrischen Strom kamen ebenso gut an wie Vorführungen zum Thema "Akustik". An den Familienstationen bauten Kinder und Erwachsene gemeinsam Türme und experimentierten mit Flaschen. Für die Mädchen und Jungs gab es Forscherpässe, die beim Absolvieren des Wissenschaftsparcours gestempelt wurden.