"Nun hat uns also unser langjähriger Pfarrer Pater Josef Brandl aus gesundheitlichen Gründen und auf eigenen Wunsch verlassen, um seinen Lebensabend in Ensdorf in der Oberpfalz zu verbringen." Mit diesen Worten beginnt der Abschieds- und Dankbrief der langjährigen Vorsitzenden des Pfarrgemeinderats von St. Johannes Bosco Forchheim, Maria Oswald. Eine für die katholischen Gemeinden im Forchheimer Osten prägende Persönlichkeit verlässt Forchheim.

Der gebürtige Oberpfälzer Josef Brandl zieht damit wieder in seine Heimat zurück. Dankbar blicken mit ihm seine Gemeinden auf die mehr als 42 Jahre eines engagierten und intensiven seelsorglichen Wirkens zurück. In seinem Abschiedswort zitiert der Salesianerpater Brandl das Fundament seines Lebens und Wirkens: "Wer glaubt, ist nie allein." Damit drückt er laut Pater Heinz Weierstraß (SDB) seine Dankbarkeit aus gegenüber den Menschen, die mit ihm und unter seiner seelsorglichen Begleitung die mehr als vier Jahrzehnte gemeinsamen Wirkens gestalteten.

Die Gemeinden im Forchheimer Osten haben mit ihm viele Veränderungen gemeistert. Zuerst wurden die drei Gemeinden St. Anna, St. Johannes Bosco und St. Johannes der Täufer in Reuth zu einem Pfarreienverbund. Als leitender Pfarrer des neu gegründeten Pfareienverbunds St. Anna, St. Johannes Bosco und St. Joh. d. Täufer Reuth förderte Brandl das Zusammenwachsen in vielen Familien-, Kinder- und Jugendangeboten und gemeinsamen Feiern. Dies sei, so Pater Brandl, nur in einem gemeinsamen Engagement gelungen, für das er den haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitenden dankt.

Viel Freude habe es ihm gemacht, mit den Gruppen und Vereinen der Pfarreien das Glaubensleben zu gestalten. Darüber hinaus war Pater Brandl ein beliebter Anleiter und Begleiter für Pastoral- und Gemeindeassistenten sowie für den eigenen Ordensnachwuchs. Als Praktikanten, Diakone und Kapläne wirkten viele heute noch aktive Salesianer Don Boscos in Forchheim.

Hinzu kam der Neubau des Kinderhauses St. Johannes Bosco. Nach einem Brand galt es, für die Jüngsten im Stadtteil einen neuen, modernen Bau zu errichten.

Für seine Verdienste in der Stadt Forchheim erhielt Pater Josef Brandl die Ehrenmedaille der Stadt Forchheim. Für seine Verdienste in der Seelsorge wurde ihm 2000 der Ehrentitel Geistlicher Rat verliehen. Bei seinem Abschiedsbesuch verlieh ihm Erzbischof Ludwig Schick die Ehrenmedaille des Erzbistums Bamberg.

Nach seiner Pensionierung 2015 arbeitete Brandl noch weiter als Seelsorger in seinen Gemeinden mit. Eine schwere Erkrankung 2017 bezwang er, so dass er weiterhin in Forchheim bei seinen Mitbrüdern leben konnte. Weitere gesundheitliche Einschränkungen führen nun zu seinem Wechsel in das Kloster Ensdorf.

Dort wird er in einer größeren Gemeinschaft leben und für seine Gemeinden beten, wie es am Ende seiner Abschiedsworte heißt: "So lasst uns gemeinsam singen und beten: Wer glaubt, ist nie allein. Du Herr wirst mit uns sein, mit deiner Kraft, die Leben schafft." red