Frei stehende Kreuze sind besonders im ländlich geprägten Raum schon immer ein Sinnbild für Glauben gewesen. In dieser Frömmigkeit ist sicher einer der Mittelpunkte christlichen Lebens verankert. So steht das Kreuz symbolisch gesehen nicht nur für den Tod, sondern weist auf die weiterführende Auferstehung und das Leben hin.
Das Kruzifix ist Sinnbild für das Opfer Christi, das dieser nach christlichem Glauben zur Erlösung der Menschheit gebracht hat. Als Flurkreuze dienen Kruzifixe in katholischen Gebieten außer zum stillen Verweilen auch als Wegemarkierungen. Oft wurden Kreuze von Menschen gestiftet, die damit eine besondere Dankbarkeit für eine glückliche Begebenheit zum Ausdruck bringen wollten.
So wurde in Mainroth in Richtung Gärtenroth um etwa 1950 neben der Straße das im Volksmund sogenannte "Heimkehrerkreuz" errichtet. Dieses wurde vom Mainrother Altbürgermeister August Vonbrunn aus Freude über die unversehrte Heimkehr seines Sohnes Josef aus den Wirren des Zweiten Weltkrieges gestiftet.
Oft weiß man nicht mehr viel Geschichtliches über diese Kreuze, die auch in den Ortschaften vor und an Häusern vorhanden sind. Bis heute noch sind sie meist Stationen bei der Fronleichnamsprozession.


Spurlos verschwunden

So war und ist dies auch in Mainroth. Dort war eines dieser Kreuze auf dem Kirchplatz am Hause der Gastwirtschaft Löppert gestanden. Der heutige Besitzer Roland Gleißner kann sich noch gut daran erinnern, dass dieses Kreuz wegen Verwitterung abgebaut werden musste und der Korpus längere Zeit in der Garage lag, bevor er spurlos verschwand.
Als die Ortserneuerung und eine Kirchplatzsanierung anstanden, erinnerte sich Gleißner an dieses Kreuz. Als Mitarbeiter der Stadt Burgkunstadt erinnerte er sich auch daran, dass bis vor 25 Jahren ein Kreuz in Kaltenreuth stand, dass dann abgetragen wurde und in einer Scheune lagerte. Im Mai fragte er die Besitzerin Dörthe Franke, ob er dieses Kreuz zur Restauration mitnehmen könnte, und die sagte Ja. Zuerst suchte er andere Feldkreuze auf, um einen Eindruck zu bekommen, was für eine Renovierung nötig war. Zusammen mit seiner Frau Ramona machte er sich dann ans Werk.
Am Corpus mussten ein neuer Arm angepasst und auf der anderen Seite neue Finger angebracht werden. Die gesprungenen Stellen und die Öffnungen mussten ausgespachtelt werden. Nach dem Abschleifen kam neue Farbe hinzu.
Bei der Einweihungsfeier nach der gelungenen Kirchplatzsanierung konnte das in neuem Glanz erstrahlende Kreuz in Augenschein genommen werden. Die Mainrother freuten sich natürlich über so viel Bürgersinn und Eigeninitiative. Roland Gleißner erklärte, dass es nun auch mal wieder schön wäre, wenn am Fronleichnamstag dieses Kreuz wieder eine Station bilden würde.