Knapp 2500 Euro wurden zwischen dem 9. und 12. November 2018 aus zwei Bargeldkassen in einem Büro einer Firma im Haßfurter Industriegebiet gestohlen. Am Mittwoch musste sich der mutmaßliche Dieb am Amtsgericht in Haßfurt verantworten, wo er durch seine Verteidigerin Kerstin Rieger die Vorwürfe bestritt. Der 42-jährige Angeklagte arbeitete zur Tatzeit für die Firma. Die ermittelnde Polizeibeamtin sagte im Zeugenstand, dass sich der Täter in der Firma ausgekannt haben müsse. Es habe keine Aufbruchspuren am Gebäude gegeben.

Verdächtiges

Der Angeklagte habe sich verdächtig gemacht, da er die Polizeibeamten auf ein geöffnetes Toilettenfenster hinwies. Zudem seien Fingerabdrücke des Angeklagten auf dem Fenstersims gefunden worden. Fußspuren, die auf einen Einstieg hindeuteten, seien indes nicht gefunden worden. Was noch für die Insider-Kenntnisse des Täters spricht, sei die Tatsache, dass der Dieb gezielt die Schublade des Rollcontainers aufgerissen habe, in dem sich die Geldkassetten befanden. Zudem befanden sich den Angaben zufolge Fingerabdrücke des Angeklagten auf den Schlüsseln einer Geldkassette und des Firmentresors. Der Angeklagte sei nicht befugt gewesen, die Schlüssel zu benutzen, sagte die Beamtin.

Auch die Aufzeichnungen zweier Videokameras der Firma nährten den Verdacht der Ermittler. Denn darauf war zu sehen, dass der Angeklagte an dem Wochenende, an dem das Geld gestohlen wurde, zweimal für kurze Zeit in der Firma war. Der Angeklagte hatte danach seine damaligen Mitarbeiter gezielt nach Videoaufzeichnungen und Spuren gefragt. Gegenüber ei-nem Kollegen soll er gesagt haben: "Jetzt haben sie wohl meine Fingerabdrücke gefunden."

Der Firmeninhaber erklärte vor Gericht, dass der Angeklagte im Tatzeitraum zweimal am Freitagabend in die Firma gekommen sei, obwohl er dort zu der Zeit "nichts verloren" hatte. Er habe den mutmaßlichen Dieb zur Rede gestellt. In einem Vier-Augen-Gespräch habe er sich zögernd verhalten und gesagt: "Ich habe damit nichts zu tun." Er habe dem Angeklagten, der damals in der Probezeit beschäftigt war, fristlos gekündigt, da das Vertrauensverhältnis beschädigt gewesen sei.

Ein Unbekannter ist der Angeklagte vor Gericht nicht. Zurzeit sitzt er eine Haftstrafe ab, die bis Ende 2022 andauert. Ins Gericht wurde er aus der JVA Würzburg von zwei Justizbeamten vorgeführt. Der Strafprozess wird am 23. März fortgeführt.