Nach einem Leben mit vielen Wegstationen ist das Ehepaar Birgitta Hofmann-Mella und Karl Hans Hofmann 1994 im Burgpreppacher Gemeindeteil Fitzendorf gelandet und verbringt hier seinen Lebensabend. Am Freitag feierten sie ihre Goldene Hochzeit, wozu Burgpreppachs Dritter Bürgermeister Reinhold Klein und Gemeinderat Manfred Fuchs, der direkte Hausnachbar, die Glückwünsche der Marktgemeinde überbrachten. Klein wünschte einen "weiterhin blühenden Lebensstil" bei guter Gesundheit.
1944, als kleines Kind, führte die Flucht in den Kriegswirren den in der Nähe von Warschau geborenen Jubilar nach Berlin. Dort erlebte er Zeitgeschichte wie die sogenannten Rosinenbomber oder den Mauerbau. 1962 begegnete ihm dort seine jetzige Frau Birgitta, die aus ihrer Heimat Gallivaare im Norden Schwedens für einen freiwilligen Arbeitseinsatz einige Wochen in einer evangelischen Kirchengemeinde in Neu-Kölln verbrachte. "Dann haben wir uns nicht mehr aus den Augen verloren", freut er sich an seinem Jubeltag.
1970 verließ das Paar Berlin Richtung Hagen. Karl Hans Hofmann nahm als Wirtschaftsingenieur eine Arbeit auf, seine Frau unterrichtete bis zur Geburt der Tochter an einer Handelsschule. 1980 siedelte der Mann aus beruflichen Gründen nach Cleveland, Ohio über, seine Frau blieb mit der kleinen Annika zunächst in Hagen. Sie gesteht, dass sie "in dieser Zeit fleißigst Briefe schrieben", denn das Telefonieren war damals sehr teuer. Ein Jahr später zog sie ebenfalls in die Staaten, wo die Eheleute bis 1993 lebten.
1993 wechselte Karl Hans Hofmann zur Firma Star nach Schweinfurt und arbeitete dort bis zum Eintritt in den Ruhestand. Die Tochter wurde in den USA ansässig, lebt derzeit aber mit ihrer Familie bei ihren Eltern in Fitzendorf. Die jüngste Enkelin besuchte die Grundschule in Burgpreppach. Die Familie will sich nun allerdings nach Norddeutschland verändern.
Das Jubelpaar sagt übereinstimmend, dass es die schöne, abgeschiedene Wohnlage und Landschaft ohne Autobahnnähe und Hochspannungsleitungen genießt und es nie bereut hat, hierhergekommen zu sein. Viel Freude und Zeit verbindet das Paar mit seinen drei Hunden.
Ein wenig bedauert Hofmann, dass der Ausbau der Infrastruktur im Dorf weniger werde. Er gibt dem stellvertretenden Bürgermeister auch gleich Ratschläge, wie etwa die Einrichtung eines digitalen Schwarzen Bretts, um die Mobilität der Menschen zu verbessern.