Seit dem 1. Januar 2016 gelten die strengeren Richtwerte der Energieeinsparverordnung 2016 für Neubauten. Die Anforderungen an die Gesamtenergieeffizienz eines Gebäudes haben sich gegenüber den bisherigen Regelungen um 25 Prozent verschärft.
"Entsprechende Energiekennwerte eines Gebäudes zu berechnen, ist sehr komplex und immer ein Zusammenwirken aus gutem Dämmstandard und dem gewählten Energieträger", betont Uwe Neumann, Experte bei der Energieberatung des Verbraucherservice Bayern.
Die Vorgaben lassen sich auf verschiedene Arten umsetzen: Beim Heizen mit hohem Anteil erneuerbaren Energien ist ein geringerer Dämmstandard möglich. Beim vermehrten Einsatz fossiler Energien muss stärker gedämmt werden. Das energetische Gesamtkonzept ist entscheidend dafür, die Vorgaben der Energieeinsparverordnung einhalten zu können. Uwe Neumann empfiehlt, nicht nur die Investitions-, sondern auch die Folgekosten im Blick zu haben.


Ab April neue Förderregelungen

"Was bisher besonders energieeffizient und förderwürdig war, wird nun Standard", fasst er die Neuerungen zusammen. Die Förderbank des Bundes KfW reagiert darauf und passt zum ersten April 2016 ihre Fördermöglichkeiten an.
Vergünstigte Darlehen gibt es dann nur noch für Neubauten, deren Gesamtenergiebedarf bei höchstens 55 Prozent der bis Ende 2015 zulässigen Werte liegt (KfW-Effizienzhaus-55). Dafür gibt es jedoch mit bis zu 100 000 Euro doppelt so viel Geld pro Wohnung.
Bauherren, die ein "KfW-Effizienzhaus-70" planen, können nur noch bis zum 31. März 2016 einen Förderantrag stellen. Danach wird die Förderung eingestellt. "Häufig lässt sich mit geringem Mehraufwand auch ein KfW-55-Standard erreichen. Hier lohnt sich eine gute Beratung", weiß Energieberater Neumann aus Erfahrung.
Die KfW fördert Beratung und Baubegleitung ab dem 1. April 2016 zusätzlich mit einem Zuschuss. Die strengeren Regelungen gelten jedoch nur für den Neubau, nicht für die Sanierung von Bestandsgebäuden. Wer Fragen zu den neuen Regelungen und Gesetzen oder zu energetischem Bauen und Sanieren hat, kann sich bei der Energieberatung des Verbraucherservice Bayern und des Landratsamtes Erlangen-Höchstadt beraten lassen.
Diese findet jeweils einmal monatlich in den Rathäusern von Herzogenaurach, Höchstadt und Eckental, in der Dienststelle des Landratsamtes in Höchstadt sowie in der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Uttenreuth statt.
Eine halbstündige Beratung kostet fünf Euro. Der Verbraucherservice Bayern bietet zudem für 20 Euro auch einen Gebäude-Check vor Ort am Wohnhaus an. red