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Bamberg

"Edelsteine" aus reichem Fundus

Ausgewählte Arbeiten der Kunstfotografin Ingeborg Limmer sind im Stadtarchiv Bamberg zu sehen.
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Der "Hertie" (heute Karstadt), wie er sich 1959 am Grünen Markt präsentierte  Foto: Ingeborg Limmer/Stadtatchiv Bamberg
Der "Hertie" (heute Karstadt), wie er sich 1959 am Grünen Markt präsentierte Foto: Ingeborg Limmer/Stadtatchiv Bamberg

Die unvergessene Bamberger Kunstfotografin Ingeborg Limmer würde in diesem Jahr ihren 100. Geburtstag feiern. Das Stadtarchiv Bamberg hat aus diesem Grund eine sehenswerte Ausstellung zusammengestellt. Die Fotopräsentation ist damit auch ein Beitrag zum Tag der Archive, der vom Verband deutscher Archivarinnen und Archivare in diesem Jahr zum zehnten Mal bundesweit veranstaltet wird.

Die Aussage, dass ein altes Bild von München mehr wert sei als ein Brillant, wurde von dem Journalisten und Schriftsteller Sigi Sommer dem Münchener Komödianten und Volkssänger Karl Valentin in den Mund gelegt. Was heute kaum jemand mehr weiß: Karl Valentin war ein begeisterter Sammler von Münchener Stadtansichten, die nach 1945 aufgrund der Zerstörung der Stadt neben ihrer stadtgeschichtlichen Relevanz auch aus bau- bzw. rekonstruktionstechnischer Sicht von Bedeutung waren. Seine Sammlung von 2200 Aufnahmen befindet sich im Stadtarchiv München, wurde dort digitalisiert und steht im Lesesaal zur Benutzung zur Verfügung.

Ein wenig geht die Bamberger Ausstellung über das Werk von Ingeborg Limmer in diese Richtung, wobei hier Personenfotografie und Werbeaufnahmen hinzukommen. Es geht aber auch um die Dokumentation der Stadt Bamberg und ihrer baulichen Entwicklung nach 1945. Limmers Material unterscheidet sich allerdings wesentlich schon allein in der Quantität. Der Archivbestand Ingeborg Limmers in der Abteilung "D. 1000 Nächlässe" des Stadtarchivs Bamberg umfasst nach dessen Angaben 49 576 Objekte, die mit ihren Beschreibungsdaten digital erschlossen und in der Archivdatenbank recherchierbar sind. Dies gilt allerdings eben nicht ausschließlich für die Benutzung im Lesesaal.

Knapp 8000 Datensätze

Vielmehr steht der Nachlass über PC, Tablet oder Smartphone im Internet auf der Website des Stadtarchivs für Forschungen zur Verfügung. Bei knapp 8000 dieser Datensätze sind die Bildinhalte als Grafikdateien integriert, so dass die Fotos nicht nur inhaltlich recherchiert, sondern auch ihr Bildinhalt betrachtet werden kann. In der Schau selbst ist nur ein kleiner Teil der Aufnahmen zu sehen, der aber in Kürze in einem kleinen Katalogbuch vorliegen wird. Ob es sich um Werbeaufnahmen handelt oder um das Gebäude eines längst nicht mehr existierenden Baustoffgeschäftes in der Wunderburg oder um das Fahrgeschäft einer etablierten Bamberger Schaustellerfamilie - bei einem Bummel durch die Ausstellung wird, da sind sich die Macher einig, für alle Besucher etwas Interessantes dabei sein und jeder seinen persönlichen Edelstein entdecken. red

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