In Zeiten steigender Unsicherheit werden vermehrt die Vorgehensweise und Ziele, wie unser Ernährungssystem verändert werden soll, in Frage gestellt. Doch der Klimawandel und die Verluste an Biodiversität, aber auch Hunger und Überernährung, bestanden bereits lange vor den aktuellen Krisen.

Ein System, das auf konventionellintensiver Landwirtschaft basiert, hat sie ausgelöst und befeuert, heißt es in der Pressemitteilung vom Verein Assoziation ökologischer Lebensmittelhersteller (AöL). Um Probleme wie diese anzugehen, müsse das gesamte Ernährungssystem umgedacht und neu ausgerichtet werden - wichtig dabei: der Schutz natürlicher Ressourcen und Gerechtigkeit.

Die Assoziation ökologischer Lebensmittelhersteller appelliert an die Politik, den überfälligen Umbau schnellstmöglich voranzutreiben. 30 Prozent Biolandwirtschaft bis 2030 ist dabei nur ein erster Schritt.

"Bio-Konzept enthält die Lösung"

Dr. Alexander Beck, geschäftsführender Vorstand der AöL, erklärt: "Die vermeintlichen Argumente derjenigen, die nun eine Rolle rückwärts fordern, hin zu genau dem Ernährungssystem, das uns in diese angespannte Lage gebracht hat, sind bei genauem Hinsehen klar zu entkräften. Keine Frage, die niedrigeren Erträge des Biolandbaus sind eine Tatsache. Wer das Gesamtkonzept Bio jedoch zu Ende denkt, der erhält bereits die Lösung. Denn Bio bezieht alle Stufen der Wertschöpfungskette mit ein. Das Argument der Lebensmittelknappheit ist perfide - wir produzieren schon jetzt global genug Lebensmittel, um die Welt zu ernähren." Diese würden nur meist im Futtertrog oder gar im Abfall landen. "Die Ursache für den Hunger ist die Armut und nicht die vermeintliche Lebensmittelknappheit. Gleichzeitig tragen bestimmte Praktiken der industriellen Landwirtschaft zur Zerstörung der natürlichen Grundlagen unseres Lebens bei." Es dürfe kein Zurück dahin geben, sondern es müsse mit Mut und Innovationskraft an zukunftsfähiger Landwirtschaft und Ernährungssystemen gearbeitet werden. "Das Bio-Konzept bietet hierzu viele wichtige und erprobte Beiträge, auf die aufgebaut werden muss. "

Transformation nicht schwächen

Es kann daher nur ein Vorwärts zu einem Ernährungssystem geben, das die natürlichen Grundlagen wie Boden, Klima und Biodiversität schützt, indem es diese nachhaltig ökologisch nutzt - modellhaft vorausgedacht in der ökologischen Landwirtschaft. Keinesfalls darf der eingeschlagene zukunftsweisende Weg der Transformation des Ernährungssystems geschwächt werden. Ganz im Gegenteil: In der aktuellen Situation müssen die Weichen konsequent auf Zukunft gestellt werden, um eine ausreichende und gesunde Ernährung künftiger Generationen in allen Ländern dieser Welt zu sichern.

Die Assoziation ökologischer Lebensmittelhersteller repräsentiert die Interessen der verarbeitenden Lebensmittelindustrie. Die über 120 AöL-Unternehmen erwirtschaften einen Umsatz von über vier Milliarden Euro mit biologischen Lebensmitteln. red