Seit Kurzem hat das Technische Hilfswerk (THW) in Forchheim ein Echolotsystem. Das vom örtlichen Förderverein des THW mit Spenden finanzierte Gerät stellt eine erhebliche Erweiterung der Einsatzmöglichkeiten der in Forchheim stationierten Fachgruppe Wassergefahren dar.
Die ersten zwölf Helfer wurden nun intensiv in Theorie und Praxis von Ausbildern der Echolot-Akademie auf das neue System geschult. Während die Theorie überwiegend die Funktionsweise eines Echolots behandelte, mussten in der Praxisausbildung Gegenstände im Main-Donau-Kanal sicher identifiziert werden.
Das Gerät nutzt Schallwellen zur Messung, die auf die unterschiedliche Dichte der Materialien reagieren. Das heißt, es kann verschiedene Materialien unterscheiden und so nicht nur die Tiefe, sondern auch die Beschaffenheit des Untergrundes bestimmen. Es ist auch möglich Gegenstände oder Personen am Grund von Gewässern zu orten.
Durch eine Einsatzübung, bei der eine vermisste Person, durch eine spezielle Sonarpuppe dargestellt, unter Wasser lokalisiert wurde, konnte das Gerät unter realistischen Bedingungen getestet werden.
Das Echolotsystem "Humminbird" besteht aus einem Sidescan-Echolot mit GPS und einem 360-Grad-Kopf, mit dem auch im Stillstand Bilder erzeugt werden können. Ein Laptop sowie eine Unterwasserkamera, die vom Boot aus gesteuert werden, runden die Ausstattung ab. Das System ist nicht fest an ein Boot des THW gebunden und kann dadurch sehr flexibel eingesetzt werden. So ist eine schnelle und unkomplizierte Unterstützung anderer Hilfsorganisationen und der Polizei jederzeit möglich.
Neben der Personen- und Gegenstandssuche ist das THW Forchheim nun in der Lage Unterwasserkarten mit Tiefenprofil dreidimensional zu erstellen. Das ist nötig um beispielsweise nach einem Hochwasser Sandbänke darzustellen, die möglicherweise die Schifffahrt gefährden würden. Vor allem die Tauchergruppe wird durch den Einsatz der neuen Technik deutlich entlastet.