Eckehard Kieseweter Ebern — "Da war noch mords was los", befand Rudolf Kaspar, der Wahlleiter im Stimmbezirk Ebern Altstadt. Dieser hatte für die Landtagswahl 2018 erstmals das Rathaus geräumt und war ins barrierefreie Betreuungsgebäude an der Grundschule gezogen.

Bis zum Abend haben dort 325 Wähler ihre Stimmen abgegeben. Viele kamen auf den letzten Drücker, kurz vor Schließung des Wahllokals um 18 Uhr. Noch am frühen Nachmittag hatte es nach einer eher geringen Wahlbeteiligung ausgesehen. Vor allem der erwartete traditionelle Andrang nach dem Kirchgang blieb aus. "Eher schon sind etliche während des Gottesdienstes gekommen", wunderte sich Kaspar.

Am Ende haben das Bilderbuchwetter, der verkaufsoffene Sonntag und das Apfelfest, die Tausende auf den Marktplatz lockten, offenbar auch die Wähler mobilisiert.

Bei 281 Briefwählern und 913 Wahlberechtigten im Wahlbezirk Ebern Altstadt wurde eine stattliche Wahlbeteiligung erreicht. Vielen Menschen war es wichtig, ihre Stimme abzugeben, "um das Schlimmste zu verhindern". In welche Richtung dieses Schlimmste" auch gewertet wurde, Machterhalt oder Umbruch! Jedenfalls hat die Landtagswahl polarisiert wie selten zuvor.

Nach Alter und Geschlecht

Der Eberner Stimmbezirk ist deswegen besonders interessant, weil er vom statistischen Landesamt für die wahlstatistische Auswertung der Erststimmen auserkoren wurde. Dazu wurden eigene Stimmzettel ausgegeben, die Geschlecht und Jahrgangsgruppen der Wähler verzeichneten. Diese Spezial-Stimmzettel wurden für die gesonderte Auswertung eingescannt. "Eine Verletzung des Wahlgeheimnisses", so versicherten die acht Wahlhelfer vor Ort den Wählern immer wieder, "ist ausgeschlossen".