Die Stollen im Ebelsberg in Ebelsbach werden in einer Fernsehsendung des Bayerischen Rundfunks gezeigt. Das geschieht in der Reihe "Unter unserem Himmel" am Sonntag, 12. März, ab 19.15 Uhr, wie Walter Martin unserer Zeitung sagte. Martin übernimmt Führungen in den Stollen und hat bei dem Fernsehbeitrag mitgewirkt. Er trägt den Titel: "Neues Leben in alten Bunkern".
Bunker haben im Bombenhagel des Zweiten Weltkriegs vielen Menschen das Leben gerettet. Nach dem Krieg wurden sie gesprengt oder einer provisorischen Nutzung zugeführt, dann standen sie meist leer und gerieten in Vergessenheit. Einige dieser Betonkolosse baute man während des Kalten Krieges zu Abc-Schutzräumen um. Diese "Zivilschutzbindung" wurde im Jahr 2007 aufgehoben, seither stehen viele Bunker zum Verkauf oder werden abgerissen.
Doch es gibt erstaunliche Nutzungsmöglichkeiten. Filmautorin Sybille Krafft hat in Bayern eine ganze Reihe von Hoch- und Tiefbunkern gefunden, die ein Leben mit dem Denkmal möglich machen: vom Hotel bis zur Sektkellerei (wie in Ebelsbach), von der Musikalienwerkstatt bis zum Museum, von der Senioren-WG bis zum "Dunkelcafe" reichen die Ideen von privaten Besitzern, um neues Leben in die dicken Mauern zu bringen. Der Film führt auf eine Entdeckungsreise zu ungewöhnlichen steinernen Zeitzeugen in Ebelsbach, Schweinfurt, Nürnberg, München und Geretsried, wie der Bayerische Rundfunk mitteilte.
Die Stollen im Ebelsberg hatten die Nazis anlegen lassen. Sie wollten die Maschinen aus dem nahen Kugelfischer-Werk in den Berg verlagern, damit die Produktion kriegswichtiger Teile nicht den Bomben der Alliierten ausgesetzt war. Dazu kam es aber nicht mehr. In den von Zwangsarbeitern errichteten Stollen wurden zwar einige Maschinen aufgestellt. Aber es gab nur noch Probeläufe. ks