Beste Mannschaft der Hinrunde, beste Mannschaft der Rückrunde, beste Heim- und beste Auswärtsmannschaft. Zudem stellen der erst 25-jährige Spielertrainer Patrick Reuter und Co. die beste Abwehr der Liga mit lediglich 19 Gegentreffern und stehen auch in der Fairnesstabelle an der Spitze. Der SV Ebelsbach hat sich die Meisterschaft der Fußball-Kreisklasse Schweinfurt 3 somit redlich verdient.
Dass die "Rapidler" den Triumpf und den Wiederaufstieg nach dem bitteren Abstieg vor sechs Jahren ausgerechnet beim brisanten Derby beim hartnäckigsten Verfolger Sportfreunde Steinbach mit einem 2:1-Erfolg perfekt machten, war sozusagen das i-Tüpfelchen auf eine sportlich überragende Spielzeit. Die war laut Marcel Gläser jedoch "keineswegs geplant. Nach der sehr bescheidenen letzten Saison hatten wir maximal Platz 4 als Ziel ausgegeben", betont der neue Abteilungsleiter, der im Winter 2015 aus Wonfurt zu seinem Heimatverein zurückkehrte. "Erhofft oder gewünscht hätten wir uns die Meisterschaft eigentlich erst zur nächsten Saison." Doch es kam anders. Dem Pfarrweisacher Patrick Reuter, zu Saisonbeginn vom SSV Gädheim nach Ebelsbach gewechselt, Kapitän Mirco Bräutigam, dem internen Toptorschützen Oliver Wacker und ihren Teamkollegen gelang bereits diesmal der große Wurf. Am Erfolg haben dabei laut Gläser alle ihren Anteil, darunter auch die drei Spielleiter Markus Dietz, Andreas Kleylein und Arwed Grüßner. "Ich konnte mich stets auf sie verlassen, und sie standen unserem Trainer jederzeit zur Seite", sagt er. Einen Einzelnen will er deshalb nicht herauspicken: "Ich glaube nicht, dass man das an einer Person festmachen kann. Ich denke, es hat einfach im Gesamten gestimmt", gibt es deshalb ein Lob für alle Beteiligten.
Natürlich bringe ein neuer Trainer meistens neuen Schwung. "Patrick hat es in dieser Saison geschafft, das Potenzial in der Mannschaft besser auszuschöpfen. Wenn man es genau betrachtet, standen bis auf ein oder zwei immer noch die selben Jungs wie letzte Saison auf dem Feld." Zweitens hätten aber auch die Neuzugänge - meist echte Ebelsbacher - "voll eingeschlagen". Oliver Wacker (vom FC Schweinfurt 05 II gekommen), Felix Große (U19 SG Eltmann), Franco Pasquot (TSV Ettleben) oder Fabian Piaquadio (TV Haßfurt) hätten die Qualität im Kader zudem steigern können. Zu guter Letzt lobte Gläser die eigenen Fans, die nicht nur in Steinbach zahlreich dabei waren und die Mannschaft lautstark unterstützt haben. "Unsere Zuschauer waren die ganze Saison über einfach Spitze. Gefühlt ist der Zuschauerschnitt diese Saison wieder angestiegen. Selbst die Auswärtsspiele waren wirklich wieder sehr gut besucht."


Im neuen Jahr nur Siege

Zweifel, dass es am Ende der Saison nicht mit Meisterschaft und Aufstieg klappen würde, gab es im Rapid-Lager nie. Die einfache Begründung: "Es war ja nie unser Ziel", macht Gläser deutlich. Doch nach einer bereits tollen Vorrunde hat die Mannschaft auch nach dem Wiederbeginn Mitte März losgelegt wie die berühmte Feuerwehr und bis zum Samstag mit zehn Siegen in zehn Spielen eine tolle Serie hingelegt. "Dadurch, dass der Vorsprung dann von vier auf sechs Punkte angestiegen ist, konnten wir uns eigentlich nur noch selber schlagen", sagt Gläser. Mit dem Thema Kreisliga beschäftigen sich die Verantwortlichen nach ihren Aussagen erst seit dem vergangenen Wochenende. Für Gläser wäre es deshalb "zu früh, um Ziele auszugeben. Für viele unserer jungen Spieler wird das eine völlig neue Erfahrung. Ich denke, wir tun gut daran, die Jungs nicht jetzt schon unter Druck zu setzen." Für 2016/2017 wird es folglich erst in der Sommerpause konkreter, wenn die Planungen für die kommende Saison abgeschlossen sind. Und da die Saison erst mit der letzten Heimpartie am kommenden Sonntag gegen den SV Fatschenbrunn endet, will sich der Abteilungsleiter auch noch nicht zu den drei Fragen "wer bleibt, wer geht, wer kommt?" äußern.
Stattdessen bedankte er sich bei allen, die am großen Erfolg beteiligt sind. Und ebenso ihren "Anteil an dieser erfolgreichen Saison" hatten Vorstand, Zweite Mannschaft, die ganze Fußballabteilung, Zuschauer. "Ich hoffe, dass unser Projekt Rapid 2020 weiter so vorangeht und wir unsere Ziele gemeinsam weiter verfolgen und umsetzen."
Apropos Fatschenbrunn: Bei den Steigerwäldern kassierte der frisch gebackene Meister im vergangenen November seine bislang einzige Niederlage. Für den 0:2-Ausrutscher soll deshalb jetzt Revanche genommen werden. Angesichts der beeindruckenden Heimbilanz vor zehn Dreiern und nur zwei Unentschieden bei einem Toverhältnis von 42:6 (fünf Gegentreffer kassierte SVE-Torwart Peter Trautner alleine gegen Steinbach) ist die Wahrscheinlichkeit für ein Gelingen des Vorhabens recht groß.