Das Puppenmuseum feiert seinen 35. Geburtstag und widmet seiner Museumsgründerin Carin Lossnitzer (1934 - 2009) eine neue Ausstellung. Bis zum 29. Mai 2022 steht ihr Wirken als international anerkannte Puppenkünstlerin im Fokus, teilt das Museum mit.

Nach einer Begegnung mit der österreichischen Puppenmacherin Elli Riehl begann Carin Lossnitzer 1978, eigene Puppe zu modellieren. Die naturalistischen Babypuppen mit "Sabber" trafen den Nerv der Zeit und fanden reißenden Absatz. Zwischen 1988 und 2008 schuf sie zuerst für die Götz-Puppenmanufaktur, dann für die Schildkröt Puppen- und Spielwaren GmbH über 150 lebensecht wirkende Sammlerpuppen in den beiden Serien "Sabber-Babies" und "Kinder aus aller Welt".

"Meine Sabber-Babies sollen als schöpferische Handarbeit das Leben von Kindern und Sammlern bereichern und die Schönheit der Menschen zeigen", schrieb Carin Lossnitzer über ihre Künstlerpuppen im Katalog der Götz-Puppenmanufaktur. Wie gut ihr das gelungen ist, bezeugen nicht zuletzt die höchsten Auszeichnungen der Puppenkunstszene - der amerikanische Doty Award und der Max-Oscar-Arnold-Kunstpreis des Internationalen Puppenfestivals, die Carin Lossnitzer 1991 und 2008 erhielt.

1987 hatte Lossnitzer außerdem gemeinsam mit ihrem Mann Hans Lossnitzer das Coburger Puppenmuseum gegründet und anfangs zusammen mit ihrer Tochter Caterina Lossnitzer-Haderlein geleitet. Hier arbeitete die Künstlerin in ihrer Werkstatt und verkaufte ihre Puppen in alle Welt. In den letzten Jahren ist es durch Ankäufe des Freundeskreises und umfangreiche Schenkungen gelungen, einen Großteil der Puppen wieder zusammenzutragen. Zurück im Museum werden sie nun in einer neuen Sonderausstellung präsentiert. Wertvolle handmodellierte Unikate und Entwürfe für die industrielle Serienproduktion aus dem Privatbesitz der Familie Lossnitzer machen die Schau einzigartig.

Die Ausstellung im Coburger Puppenmuseum läuft bis zum Ende des Internationalen Puppenfestivals in Neustadt und Sonneberg, das vom 22. bis 29. Mai stattfindet. Eine weitere Ausstellung mit dem Schwerpunkt Designerpuppen wird unter dem Titel "Liebe Kinder" vom 1. April bis 31. Juli im Museum der Deutschen Spielzeugindustrie in Neustadt gezeigt. Mit einem Ticket aus Neustadt erhalten die Gäste in Coburg im April und Mai den ermäßigten Eintrittspreis (3 statt 5 Euro) - und umgekehrt. red