Er wollte bei seiner Freundin gut da stehen und hat ihr rund 1,6 Gramm Marihuana geschenkt. Die Überraschung ging für den 23-Jährigen allerdings gewaltig nach hinten los. Die Sache flog auf und der Arbeiter landete vor Gericht.

Dummerweise war die Freundin erst 17 Jahre jung und damit noch nicht volljährig. Die Abgabe von Drogen an Minderjährige gilt als Verbrechen, für die der Gesetzgeber hohe Strafen vorsieht. Die Verhandlung fand deshalb vor dem Schöffengericht statt.

Dort holte der junge Mann das Beste für sich heraus. Weil er von Anfang an alles zugegeben und es sich bei 1,6 Gramm Marihuana um eine relativ geringe Menge einer nach Rechtsprechung weichen Droge gehandelt hatte, gingen alle Prozessbeteiligten von einem minderschweren Fall aus. Weil der Angeklagte auch noch die beiden Männer benennen konnte, von denen er die Drogen bekommen hatte, sah das Gericht von der in solchen Fällen üblichen Freiheitsstrafe ab und blieb bei einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu jeweils 40 Euro (3600 Euro).

"Ich wollte ihr helfen, da hab' ich ihr diesen blöden Gefallen getan", sagte der Angeklagte. Er hatte die junge Frau wenige Monate zuvor über das Internet kennengelernt. Weil die 17-Jährige damals psychisch instabil war und schon vorher hin und wieder Drogen konsumiert hatte, sei er auf die Idee gekommen, Marihuana zu beschaffen. Angeblich will der Angeklagte den Stoff gratis von einem Bekannten bekommen haben.

Dummerweise rauschte die junge Frau mit dem Marihuana im Gepäck noch am selben Tag in eine Kontrolle der zivilen Einsatzgruppe der Polizei. Als die Beamten den Stoff fanden, blieb ihr nichts anderes übrig, als ihren Lieferanten zu nennen. Der Angeklagte habe von Anfang an alles zugegeben und seine Lieferanten offen gelegt, sagte der ermittelnde Beamte der Kriminalpolizei.

Kein Eintrag ins Führungszeugnis

Eine deutlich höhere als die letztlich verhängte Geldstrafe beantragte Staatsanwältin Kathrin Hecht mit 120 Tagessätzen zu jeweils 43 Euro (5160 Euro). Verteidiger Stephan Schultheiß aus Bayreuth plädierte dagegen auf die später auch ausgesprochene Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu jeweils 40 Euro. Hintergrund ist, dass Geldstrafen von über 100 Tagessätzen im polizeilichen Führungszeugnis auftauchen. Jeder spätere potenzielle Arbeitgeber des Angeklagten würde also von der Sache Wind bekommen. Das müsse nicht sein, so Verteidiger. Schultheiß. Der Angeklagte habe durch sein Handeln die Zuneigung der jungen Frau gewinnen wollen, "sein Motiv war Liebe", so der Anwalt. Deshalb sei der 23-Jährige auch einen Schritt gegangen, denn er unter normalen Umständen nie gegangen wäre. Sein ohnehin nicht vorbestrafter Mandant habe einen Fehler gemacht, den er längst aufrichtig bereut habe. Schultheiß: "Wenn das kein minderschwerer Fall ist, was dann?"

Sie gehe davon aus, dass der Angeklagte aus der Geschichte gelernt habe, sagte Vorsitzende Richterin Nicole Allstadt. "Hoffen wir, dass es bei der einmaligen Geschichte bleibt."