Neustadt — Einmal einen richtigen Graffitikünstler kennen zu lernen. Welcher junge Mensch würde sich darüber nicht freuen. Ausgerechnet "Loomit" - mit bürgerlichem Namen Mathias Köhler - kam an die Neustadter Glockenbergschule, um hier gemeinsam mit einer Klasse zu arbeiten.
"Loomit" ist weltweit aktiv und prägte viele Graffitikünstler. Die Werke von Graffiti-Künstlern wirken sehr bunt, obwohl diese jeweils nur wenige Farben verwenden - aber sehr gegensätzliche, was eine Farbigkeit unterstreicht. Das Bayerische Fernsehen und Arte berichteten 2005 in einer dreiviertelstündigen Reportage und bezeichneten "Loomit" als "bedeutendsten deutschen Graffitikünstler".
Dieser war nun an der Neustadter Glockenbergschule zu Besuch. Klassenlehrerin Ann-Kathrin Luckner hatte mit ihrer 7. Klasse das Thema intensiv vorbereitet und Kontakte zum Künstler geknüpft. Seit 1996 arbeitet "Loomit" viel mit Schulen zusammen.
Geradezu gebannt verfolgten die Kids die Ausführungen des Künstlers. Wesentlich sei, dass die Schüler das Zeichnen lernen. Sie könnten bereits viel, müssten sich dann aber erst richtig trauen, loszulegen, meinte der Profi.
"Die müssen schon was selber machen", erläuterte Mathias Köhler. In der Glockenbergschule sollte schließlich auch kein "Loomit" entstehen, sondern ein Werk der Schüler. Sie sollten selber etwas tun und lernen.
Zunächst übte der Künstler in der Klasse das Zeichnen, gab eine Farbenlehre und erläuterte das Werkzeug eines Graffiti-Künstlers. Allzu gerne hätten die Kids sich Spraydosen geschnappt und losgelegt. Doch hier erklärte der Künstler, dass diese nur im Freien verwendet würden, wegen des Gesundheitsschutzes und weil die Innenwand versiegelt würde.
Die ganze Klasse war intensiv beschäftigt, ihr vorgesehenes Werk an die Wand der Schulaula zu bringen.
Am Ende stand ein gemeinsames Abschlussessen mit dem Künstler - und ein tiefer Eindruck, den der Gast bei den Schülern hinterlassen hat. rg