"Kurze Distanz mit vielen U-Kurven - es wird eine Laktat-Party", schrieb Andreas Dreitz kurz vor dem Start auf seiner Facebook-Seite. Der Michelauer Triathlet ging am Sonntag bei einem vom Blog-Portal Pushing Limits organisierten Triathlon über die Olympische Distanz (1 Kilometer Schwimmen, 40 Kilometer Radfahren, 10 Kilometer Laufen) an den Start. Wo das Rennen stattfand, gaben die Verantwortlichen erst einen Tag vorher bekannt: Das neue Format des "Pushing Limits Race" war eingebettet in den "Stadtwerke-Ratingen-Triathlon".

"Auf dem Gelände sind Zuschauer nicht zugelassen und der Zutritt ohnehin nicht möglich. Auch entlang der Rad- und Laufstrecke gilt es zu vermeiden, dass sich größere Menschenansammlungen bilden", erklärte der Veranstalter die lange Geheimhaltung und baten darum, sich nicht in Massen zu versammeln. Immerhin: Die Zuschauer konnten den hochkarätig besetzten Triathlon per Livestream verfolgen. Die 40 Profi-Triathleten, die in Ratingen an den Start gingen, wurden von den Blog-Experten im Vorfeld ausgewählt. Darunter der Michelauer Dreitz, der in 1:43:23 Stunden auf Rang 13 ins Ziel kam. "Ich bin mit meiner Schwimm- und Laufleistung zufrieden, obwohl ich beim Schwimmen viel zu schnell angefangen und versucht habe, mit den jungen Gegnern auf meiner Bahn mitzuhalten", fasste Dreitz die erste und dritte Disziplin zusammen. Im Ratinger Angersbad legte Dreitz den einen Kilometer in 13:07 Minuten zurück und wechselte aufs Rad - eigentlich die stärkste Disziplin des Michelauers. Dreitz versuchte, den Rückstand auf die Führenden aufzuholen, aber technische Probleme warfen den Michelauer zurück.

"Der Fahrradkurs war mit vielen U-Kurven knifflig und es war schwer, einen Rhythmus zu finden." Für die 40 Kilometer brauchte Dreitz 56:44 Minuten. Zum Abschluss standen zehn Kilometer Laufen auf dem Plan. Dreitz gab noch einmal alles, brauchte 33:32 Minuten und verbesserte sich auf den 13. Rang.

Bei den Männern siegte der amtierende Ironman-70.3-Weltmeister Gustav Iden aus Norwegen in einer Zeit von 1:37:49 Stunden. Zweiter wurde der Belgier Pieter Heemeryck (1:39:47 Stunden). Bei den Frauen war die Norwegerin Lisa Norden (1:51:42 Stunden) nicht zu schlagen, auf Rang 2 folgte die amtierende Europameisterin Imogen Simmonds (1:53:11 Stunden) aus Großbritannien. "Mit Lisa Nordén und Gustav Iden hat das erste Pushing Limits Race zwei namhafte und würdige Gewinner gefunden. Beide Rennen hatten es in sich und vor allem die Platzierungskämpfe um die Top-Ränge waren spannend bis zum Schluss", schrieben die Verantwortlichen auf ihrer Homepage.

Die Sieger durften sich zudem über ein Preisgeld in Höhe von 3000 Euro freuen, da die Professional Triathletes Organisation (PTO) das Rennen mit einem Preisgeld von 15 000 Euro unterstützt hat. "Die zwei Profi-Rennen waren natürlich die Krönung eines tollen Triathlon-Tages in und um das Angerbad", sagte der Organisations-Leiter des Triathlons, Georg Mantyk, gegenüber dem Online-Portal supertipp-online.

Mantyk weiter: "Nach diesem etwas verrückten Jahresverlauf kann ich kaum in Worte fassen, wie es mich freut, dass wir endlich wieder Finisher im Triathlonziel sehen konnten." Die Teilnehmerzahl beim zwölften "Stadtwerke-Ratingen-Triathlon" war aufgrund der Corona-Pandemie begrenzt - insgesamt 750 Athleten gingen an den Start.

Neben den 40 Profis, darunter Welt- und Europameister sowie olympische Medaillengewinner, gingen auch über 700 Amateursportler an den Start. Es gab aber auch Absagen: Mit Patrick Lange, Sebastian Kienle und Maurice Clavel verzichteten drei deutsche Top-Athleten auf einen Start. red