Sowohl das Jugendamt als auch die Don-Bosco-Schule Stappenbach erkennen eine deutliche Zunahme von Kindern mit erheblichem emotional-sozialem Förderbedarf im Vorschulbereich und in den Eingangsklassen. Diesem kann in der Region Bamberg mit den jetzigen schulischen und außerschulischen Unterstützungssystemen nicht ausreichend entgegengetreten werden. Darüber wurde in der jüngsten Sitzung des Jugendhilfeausschusses im Kreistag berichtet. An der Bartolomeo-Garelli-Schule in Bamberg, einem Förderzentrum für emotionale und soziale Entwicklung, wurden bisher keine ersten und zweiten Klassen gebildet, so dass für Kinder in diesem Alter kein spezielles schulisches Angebot vorhanden ist.

Es kommt daher im Schulalltag häufig zu Eskalationen, die vermehrt zu nicht mehr vertretbaren Belastungen für die Betroffenen, die Mitschüler und die Lehrkräfte führen. Nach dem Stand vom Januar 2020 haben im Vorschulbereich und in den Diagnose- und Förderklassen der Don-Bosco-Schule 19 Kinder einen erhöhten Förderbedarf für ihre emotional-soziale Entwicklung, dazu kommen zehn Kinder in durch mobile Dienste betreuten Kindergärten und Grundschulen. Von diesen Kindern erhalten jedoch nur insgesamt 14 eine Jugendhilfemaßnahme, da diese auf freiwilliger Basis durchgeführt werden und oftmals die Akzeptanz bei den Erziehungsberechtigten gering ist. Hier setzt die Stütz- und Förderklasse (SFK) für die ersten beiden Jahrgangsstufen an, in der das schulische Angebot und eine Jugendhilfemaßnahme direkt verknüpft werden kann.

So funktioniert die SFK

In der Stütz- und Förderklasse arbeiten Schule und Jugendhilfe mit der gleichen Zielgruppe unter dem schulischen Dach bei klarer Aufgabenverteilung zusammen. Es gibt ein gemeinsames strukturelles und methodisches Vorgehen sowie eine enge Vernetzung der pädagogischen Arbeit mit dem Ziel, die Hilfepläne der Jugendhilfe und die Förderpläne der Schule zusammenzuführen. Die personelle Ausstattung wird vom Schulträger mit einer Sonderpädagogischen Lehrkraft (26 Wochenstunden) und einer Fachlehrkraft (ca. zehn Wochenstunden) sowie einer heilpädagogischen Unterrichtshilfe (20 Wochenstunden) zur Verfügung gestellt. Über den Träger der Jugendhilfe, den Landkreis Bamberg, müssten zusätzlich zwei Sozialpädagogen eingesetzt werden.

Die räumliche Ausstattung, mit jeweils einem Klassen- und Gruppenraum, erfolgt im Rahmen der baulichen Maßnahmen und wird vom Freistaat Bayern als schulisch notwendig und damit kostenersatzfähig anerkannt, wenn diese Klassen in der Klassenbildung genehmigt sind. Dies wurde in Gesprächen mit der Regierung von Oberfranken in Aussicht gestellt.

Die Einrichtung der SFK-Klasse ist frühestens ab dem Schuljahr 2021/22 möglich. Nach eingehender Diskussion wurde das Vorhaben grundsätzlich für die Dauer von fünf Jahren durch den Jugendhilfeausschuss gebilligt. Die Verwaltung muss nun mit potenziellen Trägern der Maßnahme in Kontakt treten und eine konkrete Summe für die Übernahme der Personalkosten für die beiden erforderlichen Stellen für Sozialpädagogen ermitteln.