Dass es bei der DLRG in Burgkunstadt ganz hoch im Kurs steht, für ihre Mitmenschen dazusein, hat sich schon oft gezeigt und steht außer Frage. Dieses Engagement erreichte nun in den Weihnachtsfeiertagen einen Höhepunkt, der gar nicht hoch genug zu bewerten ist.

Ziel des bayerischen Gesundheitsministeriums war es vor Weihnachten, dass es möglich sein sollte, dass ältere Menschen, die sich in Pflege- und Altenheimen befinden, auch im Lockdown der Corona-Pandemie an den Feiertagen besucht werden können. Dazu wurden Möglichkeiten auch mit Rettungsorganisationen wie dem DLRG-Landesverband Bayern erörtert.

Spontan bereiterklärt

Bei der DLRG stieß dieses Ansinnen auf offene Ohren, und auch im Alten- und Pflegeheim St. Heinrich Burgkunstadt war der Wunsch nach Besuch vorhanden. Damit Angehörige im Pflegeheim besucht werden konnten, hatte sich die DLRG Burgkunstadt spontan bereiterklärt, für diese am Heiligen Abend und an den beiden Weihnachtsfeiertagen die PoC-Antigen-Schnelltests für Besucher des Hauses anzubieten.

Dann wurden die Angehörigen des Pflegeheims von der Heimleitung darüber verständigt und Termine dafür vergeben, ebenso für mögliche Besuche, um einen großen Andrang zu vermeiden.

Abgenommen wurden die Schnelltests an den drei Tagen von vier ausgebildeten Sanitätern der DLRG direkt vor Ort von jeweils 9.30 bis 11.30 Uhr, beziehungsweise so lange, wie Bedarf daran war. Pflegekräfte des Altenheimes wurden dazu nicht benötigt.

Respekt vor der Aufgabe

Erfahrungen in diesem Bereich hätte die DLRG Burgkunstadt im Sommer am Nürnberger Hauptbahnhof gemacht, wo bei Reiserückkehrern ähnliche Tests gemacht worden seien, bestätigt der technische Leiter der DLRG Burgkunstadt, Thomas Schneider. Und alle hätten nochmals im medizinischen Bereich eine ärztliche Unterweisung bei Dr. Markus Wagner in Redwitz erhalten. "In einer Einheit arbeiten dabei von uns jeweils vier Sanitäter und zwei Ersatzpersonen, so dass an den Weihnachtstagen 18 Mitwirkende benötigt wurden", sagte Thomas Schneider weiter.

Natürlich sei absolute Vorsicht geboten und ein gewisser Respekt vor der Aufgabe bei allen dagewesen, Angst aber nicht, ergänzte er. Auch die Sanitäter selbst hätten sich vor und nachher testen lassen, was dann wiederum doch eine gewisse Sicherheit gebe.

Sanitäter in Schutzanzügen

In einer hervorragenden Zusammenarbeit sei alles in die Tat umgesetzt worden, und bereits zu Beginn am 24. Dezember um 9.30 Uhr seien viele Angehörige gekommen, um die Testprozedur über sich ergehen zu lassen und am Nachmittag schon Heimbewohner besuchen zu können.

Den Zugang zum Testzimmer erfolgte nicht über die sonstigen regulären Eingänge, sondern durch eine Seitentür neben dem Kapelleneingang im unteren Bereich des Pflegeheims. Und natürlich verstand es sich von selbst, dass die Hygieneregeln auch bei einem negativen Covid-Testergebnis galten, wozu FFP2-Maskenpflicht, Abstandsgebot und die Pflicht zur Händehygiene zählten.

Nach der Erfassung der Besucher ging es zum eigentlichen Test. Für manchen war es schon gewöhnungsbedürftig, dass diesen Abstrich zwei Sanitäter in Schutzanzügen abnahmen, wie man sie eigentlich nur vom Fernsehen her kennt.

Das Testergebnis lag circa 30 Minuten nach dem Abstrich vor. Bei einem negativen Resultat konnten die Getesteten zu ihrem vereinbarten Besuchstermin kommen, wo ihnen die Testbescheinigung ausgehändigt wurde. Besuche waren aber nur in einem Zeitfenster von 48 beziehungsweise 72 Stunden nach dem negativen Test möglich. Insgesamt wurden auf diese Weise mehr als 100 Personen - alle negativ - getestet.

"Ein sehr positives Angebot"

Bürgermeisterin Christine Frieß bestätigte auf Nachfrage, dass es ständig Kontakt und Informationen zu dieser Aktion gegeben habe und die Anfragen nach möglichen Absperr- und Sicherheitsmaterialien gerne beantwortet worden seien. Es sei innerhalb der gegebenen Möglichkeiten ein sehr positives Angebot für die Betroffenen gewesen, resümierte das Stadtoberhaupt.

Auch die Heimleitung um Einrichtungsleiter Martin Pühl und Pflegedienstleiterin Kirstin Appel freute sich für ihre Bewohner, dass es - wie erhofft - möglich gewesen sei, Besucher zu empfangen.

Gerade im sozialen Kontaktbereich sei es für ältere Menschen wichtig, zu Weihnachten ihre Liebsten sehen zu können.